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Im Wald sind nicht die Räuber

SN-Ortsspaziergang Im Wald sind nicht die Räuber

Die gesamte südliche Gemarkungsgrenze Stadthagens mit den Ortschaften Wendthagen, Hörkamp-Langenbruch, Obernwöhren und Reinsen verläuft tief im südlichen Bückeberg. Die Ortschaft Hörkamp-Langenbruch ist das Ziel unseres jüngsten SN-Ortsspazierganges gewesen. Begleitet hat uns Ortsvorsteher Gerhard Bolte.

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Im Wald fühlen sich die „Pützelzwerge“ wohl. Ein Domizil des Waldkindergartens steht in der Nähe des Forsthauses Halt.

Quelle: SK

STADTHAGEN. Mitten im Wald steht ein Bauwagen, grün angestrichen mit Veranda davor. Ein Ofenrohr ragt aus dem Dach, und bunte Papierblumen kleben am Fenster. Dies ist nicht die Villa Kunterbunt. Hier sind die „Pützelzwerge“ zu Hause. Der Waldkindergarten gegenüber dem Forsthaus Halt liegt auf dem Gebiet von Hörkamp-Langenbruch. Das Forsthaus auch. Der größte Teil der Ortschaft umfasst Wald. „Und da liegt es mitten drin“, erklärt Ortsvorsteher Gerhard Bolte. Die gesamte südliche Gemarkungsgrenze Stadthagens mit den Ortschaften Wendthagen, Hörkamp-Langenbruch, Obernwöhren und Reinsen verläuft tief im südlichen Bückeberg.

Das Forsthaus am Wormstaler Weg, der von der Straße Am Bückeberg in den Wald führt, wird als Zentrum für Jagd und Natur von der Jägerschaft Schaumburg bewirtschaftet. In Massen pilgern jährlich Besucher zum beliebten Sommerfest und zum Weihnachtsmarkt Richtung Forsthaus.
In den sechziger Jahren und später war eine andere Lokalität Anziehungspunkt, besonders für die Jugend: An der Ecke Wormstaler Weg/Am Bückeberg liegt die frühere Diskothek Tannenhof, eingerichtet in einer Scheue. Im Haus davor war einstmals eine Gaststätte und unter dem gleichen Dach ein Kolonialwarenladen in Betrieb. Der Inhabername Paul Suda ist noch heute in verblassten weißen Lettern über dem Eingang zu lesen. „Der Laden wurde geschlossen. Es blieb die Gaststätte mit dem Saalgebäude“, erzählte Bolte. Heute dient der größte Teil der ehemaligen Diskothek als Lager für einen Weinhandel.

Längst vorbei sind die Zeiten von „Post-Lutter“

Blickt man von hier nach Westen fällt die Kreisstraße auf, die vom Norden kommend auf die Straße Am Bückeberg mündet. Noch vor der Einmündung steht an der Straße Am Bückeberg ein Ortschild, das den Übergang zum Nachbarort Wendthagen-Ehlen kennzeichnet. „Das Schild steht falsch“, sagt Bolte. Die zwei Häuser westlich der Einmündung gehören noch zu Hörkamp-Langenbruch – weshalb der Ort sich eines Bäckerladens rühmen kann. Die Verkaufsstelle ist allerdings nur an den Wochenenden geöffnet. Längst vorbei sind die Zeiten von „Post-Lutter“. Im Waldwinkel Nummer 7 konnte man nicht nur Briefmarken kaufen. Dort holten Dörfler ihre Rente ab oder bestellten Tschibo-Kaffee oder bekamen andere Kleinigkeiten. Nach Aussage eines älteren Einwohners stand bei „Post-Lutter“ ein Schild im Fenster: „Stets willkommen.“ Bolte: „Und so war es auch. Man konnte zu jeder Zeit dort klingen.“

Die alte Zeit bewahrt, sprich ein Fachwerkhaus perfekt wieder hergerichtet, hat ein zugezogenes Ehepaar an der Straße Am Bückeberg in der Nähe der Tischlerei Sommerfeld. Dort ergibt sich eine schöne Durchsicht. Zwischen Haupthaus Nebengebäude fällt der Blick über Kornfelder talwärts auf die roten Dächer der Stadt.

Am Bückeberg entlang zieht sich die besiedelte Fläche von Hörkamp-Langenbruch, von der Einmündung der Kreisstraße im Westen bis kurz hinter die Einmündung der Straße Am Vogelherd. Diese bildet die Grenze zu Obernwöhren. Der Sportplatz Waldstadion und dahinter der zweite Bauwagen des Waldkindergartens „Pützelzwerge“ liegt westlich der Straße und damit in Hörkamp-Langenbruch.

Der erste Bauabschnitt „Feldrain“ gehört zu Kernstadt

Ein wahres Puzzle bilden die Flächen und Grenzverläufe Baugebiet am Flothbachring, der sich nach Norden Richtung Innenstadt streckt. Der erste Bauabschnitt „Feldrain“ gehört zu Kernstadt, der geplante zweite Bauabschnitt in Obernwöhren und Hörkamp-Langenbruch. Ein Dritter wird dann größtenteils zu Hörkamp-Langenbruch gehören.

Der erste Name des Stadthäger Ortsteils leitet sich von zwei historischen Bezeichnung ab: „Auf´m Hör“ und „Kämpe“ bildete später Hörkamp. Im Nachbarortsteil habe es früher einen Steinbruch gegeben, dessen Besitzer Lange hieß. Von daher komme wohl der Name Langenbruch ab, so Bolte.
Im Namen der örtlichen Feuerwehr kommt ein weiterer Ort hinzu. Hörkamp-Krebshagen-Langenbruch, kurz HKL genannt, bilden zusammen eine Wehr, die am Wormstaler Weg ihr Domizil hat. Die Feuerwehr sei nicht nur wegen des Brandschutzes wichtig, „sondern ist auch Anlaufpunkt für die Dorfgemeinschaft“, hebt Bolte im Ortsspaziergang hervor. Der Stammtisch zum Beispiel, den Feuerwehrkameraden in den Wintermonaten durchführen, erfreue sich wachsender Beliebtheit – und das sicher nicht nur, weil am Wormstaler Weg die einzige Fahrzeughalle in Stadthagen mit Fußbodenheizung steht. sk

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