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„Im Zweifel gibt es richtig Ärger“

Stadthagen / verkaufsoffene Sonntage „Im Zweifel gibt es richtig Ärger“

Als „nicht gesetzeskonform“, und damit als klaren Rechtsbruch, hat der Stadthäger Wirtschaftsförderer Lars Masurek die Zahl an verkaufsoffenen Sonntagen in Bückeburg bezeichnet. Der Vorsitzende der Bückeburger Händlervereinigung „Handel aktiv“, Joachim Scheffler, kommentierte das gegenüber dieser Zeitung so: „Man kann zehnmal über eine rote Ampel fahren, wenn man dabei nicht erwischt wird. Man muss nur aufpassen, dass es beim elften Mal nicht doch passiert.“

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg (ssr). Zur Vorgeschichte: Hinter den Kulissen gibt es zwischen der Stadthäger und der Bückeburger Kaufmannschaft seit Monaten ernsthaften Zoff wegen der hohen Zahl verkaufsoffener Sonntage in der ehemaligen Residenzstadt. Davon gebe es unzulässig viele, sind die Stadthäger überzeugt.

Dargestellt wird der ganze Sachverhalt in einem Rundschreiben Schefflers vom 10. September an die „Handel aktiv“-Mitglieder. Aufgrund des Ladenschlussgesetzes dürfe der Einzelhandel in Bückeburg als „anerkanntem Ausflugsort“ an acht Sonntagen pro Jahr öffnen. In Städten wie Stadthagen, die diesen Status nicht haben, sind nur vier verkaufsoffene Sonntage erlaubt.

„In diesem Jahr haben wir bereits an neun Sonntagen unsere Geschäfte geöffnet“, räumt Scheffler in dem Brief freimütig ein. Und: „Die Kaufmannschaft der Stadt Stadthagen hat sich bereits mehrfach bei uns beschwert.“ Daher dürfe der Bückeburger Handel „an den von uns geplanten Sonntagen am 2. Oktober und am 18. Dezember nicht öffnen“. Trotz der bereits vollzogenen Überschreitung werde man aber „am Sonntag, 30. Oktober (Herbstmarkt), wie es schon Tradition ist, öffnen“, heißt es lakonisch weiter.

Masurek war vom Verein Stadtmarketing Stadthagen (SMS) aufgefordert worden, tätig zu werden. „Wir waren über das Vorgehen in Bückeburg richtig verärgert“, bestätigte SMS-Vorstand Günter Raabe. Schon im Jahre 2010 seien es in Bückeburg unzulässig viele verkaufsoffene Sonntage gewesen, so Raabe. Dazu habe auch der vierte Advent gezählt. An Adventstagen sei das Öffnen aber generell untersagt.

Daraufhin habe man die Bückeburger zu Beginn dieses Jahres „nett“ auf das Fehlverhalten hingewiesen, „aber die Sache im Sinne guter Nachbarschaft erst mal auf sich beruhen lassen“, berichtete SMS-Vorsitzender Holger Schulz. Doch im Sommer habe man gemerkt, dass erneut mehr als acht Sonntage inklusive eines Advents angekündigt seien.

Das habe den Zorn unter SMS-Mitgliedern anschwellen lassen, der Vorstand wandte sich an die hiesige Stadtverwaltung. Diese informierte ihre Verwaltungs-Kollegen in Bückeburg. Prompt kam es zum von Masurek moderierten Krisengespräch zwischen „handel aktiv“ und SMS unter Beteiligung der Industrie- und Handelskammer.

Resultat laut Raabe vom SMS: „Wir zeigen Größe und tolerieren unsererseits schweren Herzens den 30. Oktober. Aber ansonsten ist Feierabend. Es muss in Bückeburg zur Normalität zurückgekehrt werden. Schon beim 2. Oktober werden wir scharf hingucken. Im Zweifel gibt es richtig Ärger.“

Auf die Frage, warum der Bückeburger Einzelhandel trotz der Warnungen aus Stadthagen nicht schon im Frühjahr reagiert habe, sagte Scheffler: „Unsere Stammtisch-Runde hatte beschlossen, es erst mal so weiter laufen zu lassen. Die Händler können doch nicht per Fingerschnippen auf Umsatz verzichten.“

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