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Stadthagen Stadt In die Welt des Übersinnlichen
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16:37 05.09.2017
Barbara Schnitzler lies aus „Mignon“. Quelle: PR
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STADTHAGEN

Gerhart Hauptmann (1862 – 1946) gilt als der erfolgreichste Autor des deutschen Naturalismus. Bekannt wurde er vor allem durch sein bedeutendstes gesellschaftskritisches Werk Die Weber (1892). 1912 erhielt Hauptmann den Nobelpreis für Literatur. In Schaumburg wird bis heute sein Besuch als Kurgast in Bad Eilsen im Jahre 1928 gern erwähnt.

Ungestillte Sehnsucht nach der Heimat

Der Titel „Mignon“ geht zurück auf eine Figur aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre. In dem Roman spricht Mignon gebrochen Deutsch mit italienischen und französischen Einsprengseln. Sie gehört zu einer Gruppe von fahrenden Zirkusleuten und tritt meist in Verbindung mit einem rätselhaften, geistig verwirrten Harfner auf, einem Bänkelsänger. Als sich herausstellt, dass Mignon Tochter des Harfners aus dessen inzestuöser Verbindung mit seiner Schwester Sperata ist, wird die Familie getrennt. Mignon wird von der Zirkustruppe geraubt. Sie stirbt an der ungestillten Sehnsucht nach ihrer italienischen Heimat und nach Wilhelm Meister, der sie zeitweise in seine Obhut genommen hatte.

Übersinnliches, Spiritismus und Seelenwanderung

Hauptmann öffnet sich in seiner Novelle einer Welt des Spirituellen und Magischen. Im Zentrum steht eine rätselhafte und unheimliche Begegnung des Ich-Erzählers mit dem verstorbenen Dichterfürsten Goethe sowie den literarischen Figuren des Harfners und Mignons. Den Schauplatz liefert das Tessin mit dem Lago Maggiore, wohin Hauptmann immer wieder reist. Die Erzählung zeugt von Hauptmanns Goethe-Faszination und -Rezeption. Sie weist auf das literarisierte Leben des Erzählers hin, dessen Gedankenwelt um die zeitlose Lebendigkeit literarischer Figuren und Goethes Vorstellungen vom Übersinnlichen, von Spiritismus und Seelenwanderung kreist. So heißt es in der Ankündigung zur Lesung. r

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