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„Individualsportart“ mit vielfältigen Möglichkeiten

Stadthagen / Orgel „Individualsportart“ mit vielfältigen Möglichkeiten

Eine fulminante Akustik, unzählige Klangmischungen und mehrere Klaviaturen – die Orgel hat einiges zu bieten. Doch gibt es genügend Nachwuchsmusiker, die Freude haben am Spiel mit Händen und Füßen, der Improvisation und der Gottesdienstbegleitung?

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Therese Pahlow greift in die Tasten, Jakob Hagenberg (rechts) und Christian Richter hören aufmerksam zu.

Quelle: han

Stadthagen (han). „Orgel ist eine Individualsportart, einen großen Boom hat es da noch nie gegeben“, sagt Christian Richter, Kantor der St.-Martini-Kirchengemeinde Stadthagen. Trotzdem kann er nicht über fehlendes Interesse klagen. Neun Schüler im Alter von 14 bis 70 Jahren unterrichtet er zurzeit. An Musikschulen wird das Instrument kaum angeboten, meist sind es Kirchengemeinden, die ausbilden. Damit der Unterricht erschwinglich bleibt, bezuschusse die hiesige Landeskirche den Unterricht, so Richter.

 

Viel Fleiß sei nötig, um das Spiel auf dem Kircheninstrument zu erlernen. Erforderlich seien außerdem Klavierkenntnisse, „sonst ist es eine Überforderung.“ Um an das Pedal zu gelangen, ist zudem eine gewisse Körpergröße gefragt, Orgelanfänger seien daher selten jünger als zwölf Jahre.

 

Doch das Üben zahle sich aus. „Nach rund einem Jahr erschließen sich dem Schüler die vielen Möglichkeiten, die das Instrument bietet“, erklärt Richter. Inzwischen sind neue, verbesserte Orgelschulen auf den Markt gekommen, die mit einer breiten Stilistik aufwarten: Barockstücke, Werke aus der Romantik sowie Jazz, welcher sich nach Richters Worten in den vergangenen 20 Jahren zu einer eigenen Orgelgattung entwickelt hat. Schüler lernen sogar, Choräle und Kirchenlieder in ein Jazz-Gewand zu kleiden. Nicht zuletzt wird Improvisation gelehrt, damit die Musiker in der Lage sind, eigene Choralvorspiele zu gestalten. Auch theoretische Inhalte gehören zum Unterricht, zum Beispiel die Registrierung.

 

Jakob Hagenberg spielt seit zwei Jahren Orgel und wird im August zum ersten Mal eine komplette Messe begleiten. „Die Orgel bietet unglaublich viele Klangvarianten“, begeistert er sich, „man kann die Register in unzähligen Kombinationen ziehen.“ Der 15-Jährige hat einen Schlüssel für den Orgelbereich in der katholischen Kirche, wo er am liebsten Werke von Johann Sebastian Bach übt.

 

„Mich fasziniert der Reichtum an Literatur und Einsatzmöglichkeiten, nicht zuletzt für das Ensemblespiel“, sagt Orgelanfängerin Therese Pahlow, die bislang zehn Unterrichtsstunden hinter sich hat. Die 26-jährige Referendarin für Musik und Mathematik möchte später die Orgelprüfung machen und Gottesdienste begleiten. Das Schwierigste am Orgelspiel sei die Koordination zwischen Händen und Füßen sowie das Improvisieren.

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