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Initialzündung für die Jugendkultur

Hardcore-Konzert in Stadthagen Initialzündung für die Jugendkultur

Jugendliche Subkultur fristet in Stadthagen ein Schattendasein. Um dies zu ändern, organisiert Lennart Bärthel in der Alten Polizei (Apo) das Konzert „Support Your Local Hardcore Scene“.

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Max Berger (von links), Lennart Bärthel, Timo Fröhlich und Norbert Rose teilen die Leidenschaft für harte Musik.

Quelle: ber

Stadthagen. Am 21. Mai spielen vier Bands aus der Szene im Kulturzentrum. Eigentlich gibt es solche Auftrittsmöglichkeiten für junge Musiker in Stadthagen nicht, wie die Lokalmatadoren „As We Arise“ feststellen mussten. „Wir haben mal angefragt, ob wir auf dem Stadtfest spielen dürfen, das wurde aber dankend abgelehnt“, berichtet Max Berger, Sänger der Metalcore-Band. „Die Jugend wird komplett schleifen gelassen, da tut sich gar nichts.“

Dies sei nicht immer so gewesen, erinnert sich Bassist Timo Fröhlich. „Mein letztes Konzert in Stadthagen war vor zwölf Jahren in der Alten Polizei. Damals haben dort regelmäßig Punk- und Ska-Bands gespielt.“

Das Potenzial ist vorhanden

Das kulturelle Vakuum in seiner Heimatstadt hat Bärthel dazu bewogen, im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bei der Apo ein Konzert zu organisieren. „Das wollte ich schon immer machen, weil ich schon immer so ein Konzert in Stadthagen hören wollte“, erklärt der 20-Jährige. „Um meine Musik live zu erleben, muss ich sonst weit fahren. Dabei treffe ich auf Konzerten in Köln oder Berlin häufiger Jugendliche aus Schaumburg.“ Das Potenzial ist aus Sicht des FSJlers also vorhanden. Für das Konzert kalkuliert er vorsichtig mit 50 bis 70 Besuchern.

Auch die Politik steht hinter dem Projekt: Der Kulturausschuss hat einhellig einen Zuschuss von 300 Euro bewilligt. Mit der Sparkasse Schaumburg hat Bärthel zudem einen Sponsor gefunden.
Bei der Buchung der Bands hat Bärthel die Erfahrung gemacht, dass junge Musiker für jede Auftrittsmöglichkeit dankbar sind – und dafür auch weitere Wege auf sich nehmen. „Life.Labour.Lost“ kommen aus Bielefeld und spielen eine Mischung aus Hardcore und Metalcore, „Anchors Aweigh“ bringen ihren Post-Hardcore aus Minden in die Kreisstadt und „Carriers“ aus Paderborn haben sich dem Melodic-Hardcore verschrieben.

Bands sollen sich etablieren

Auch „As We Arise“ nehmen für Auftrittsmöglichkeiten gewöhnlich längere Anfahrten in Kauf. „Wir spielen in Münster, Bielefeld, Hannover, Bremen und Hameln. Gerade kam eine Anfrage aus Leipzig“, berichtet Berger. In Zukunft soll sich auch Stadthagen im Tourkalender der Hardcore-Bands etablieren. Das Konzert am 21. Mai soll eine Initialzündung sein, wünscht sich Bärthel, der zeigen will, dass jugendliche Subkultur mehr beinhaltet als Alkohol und Zeltfeten.

„Support Your Local Hardcore Scene“ beginnt am Sonnabend, 21. Mai, um 20 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro. ber
Eine Hörprobe von „As We Arise“ gibt es unter www.facebook.com/aswearise

Do it yourself und Straight Edge

Hardcore-Punk entstand Ende der siebziger Jahre in den USA und England als radikalere Weiterentwicklung des Punk-Rock. Zu den wegweisenden Bands zählen Black Flag, Minor Threat und Dead Kennedys. Eine wichtige Rolle in der Szene spielt das Do-it-yourself-Prinzip: Bands nehmen ihre Musik selbst auf, vertreiben ihre Tonträger selbst und organisieren Konzerte selbst. Viele Mitglieder der Szene leben nach den Prinzipien des Straight Edge und verzichten auf Alkohol und Drogen, Fleisch und wechselnde Sexpartner. ber

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