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Inklusion auf den Weg gebracht

Näfe geht Inklusion auf den Weg gebracht

Als Schulleiterin sind wahrscheinlich die wenigsten Lehrkräfte in ihrem Berufsleben so viel herum gekommen, wie Anna Näfe. Die Hans-Christian-Andersen Förderschule war die letzte Station ihrer 40-jährigen Reise durch die Förderschulen Schaumburgs.

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Anna Näfe.

Quelle: geb

Stadthagen. Wie geplant gibt sie die Schulleitung nun nach einem Jahr wieder ab. Inklusion heißt das Konzept, dass die Schullandschaft seit einigen Jahren umgestaltet. Schüler mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen sollen heraus aus den Förderschulen und Teilnehmer des regulären Schulbetriebs werden.

Näfe kann sich auf diesem Feld zu den Pionieren unter den deutschen Pädagogen zählen. „Integration und Inklusion war damals Prüfungsthema meines Studiums der Sonderpädagogik“, erinnert sich die Schulleiterin. Bis sich das Konzept durchsetzte, sollten noch einige Jahre vergehen.

Erinnerungen an frühere Schulen

Die Schule am Deister, damals in Bad Nenndorf, heute in Rodenberg, war die erste, die sie für 14 Jahre leitete. Neue Aufgaben führten sie später an die Pestalozzi-Schule in Rinteln und die Albert-Schweitzer-Schule in Obernkirchen. Dort übernahm Näfe auch die Leitung des Schulischen Beratungszentrums, einer Kooperation zwischen Landkreis und Kultusministerium für Schüler mit emotional-sozialen Entwicklungsstörungen. „Eine Aufgabe, die mich sehr gereizt hat“, erinnert sich Näfe.

Nachdem ihr Vorgänger in der Schulleitung der Hans-Christian-Andersen-Schule nach Hannover gezogen war, besetzte sie den freien Posten in Stadthagen.

Fünf Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sind in Schaumburg noch übrig. Über das Förderzentrum an ihrer Schule koordinierte Näfe auch den Einsatz von 92 Förderlehrern an anderen Schulen zentral.

Fünf Klassen wird es im nächsten Schuljahr an der HCA-Schule noch geben, im übernächsten Jahr werden auch hier keine neuen Kinder mehr eingeschult.

"Die Idee der Inklusion ist richtig"

Näfe blickt trotzdem nicht wehmütig auf das Ende der Förderschulen in Schaumburg. „Die Idee der Inklusion ist richtig. Vielerorts ist sie ganz normaler Schulalltag geworden und Vorurteile bauen sich nach und nach ab“, sagt die Pädagogin hoffnungsvoll.

Sie glaubt aber auch, dass es der richtigen Haltung und gewisser Bedingungen bedarf, um dem Konzept zum Erfolg zu verhelfen. „Die meisten Schulen würden gerne mehr Förderkräfte einsetzen, aber die sind derzeit rar auf dem Arbeitsmarkt“, meint Näfe.

Sie weiß um die besonderen Anforderungen an das Berufsbild. „Die intensive Beziehung zum Schüler mit Förderbedarf ist Voraussetzung für das Lernen. Seitens der Kollegen ist die Arbeit immer eine Teamleistung“, erklärt die Lehrerin.

Da die Kinder oft aus schwierigen Verhältnissen kämen, sei es für die Lehrkräfte auch nicht ungewöhnlich, die Eltern bei Problemlagen aufzusuchen.

Näfe hofft für die Zukunft auf die weitere Verbesserung der Schullandschaft. „Eine gute Schule akzeptiert Unterschiede und versteht sie als Bereicherung. Sie fördert individuell und hilft Schülern bei ihren Problemen.“

Nachfolgerin Sandra Ruppenthal von der IGS Helpsen bereitet sich schon auf das nächste Schuljahr vor. Näfe selbst wird nun in ihrem Ruhestand ihren großen Garten genießen, Zeit mit den Enkeln oder bei ausgedehnten Radtouren verbringen und viel Reisen. geb

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