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Innerlich gestorben

Mobbing Innerlich gestorben

Mit dem Thema Mobbing haben Celin Sommermeyer (18) aus dem 13. Jahrgang der IGS Schaumburg und seine Mitschüler Leonie Ullrich (19) sowie Peter und Marlene Henze (beide 19) ein weitverbreitetes und aktuelles Problem zum Gegenstand ihres sozialen Projektes gemacht.

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 Manchmal reicht schon ein Blick: Jungautorin Sylvia Hamacher weiß aus eigener Erfahrung, wie grausam Mitschüler sein können.

Quelle: tbh

Stadthagen. Zudem haben die Schüler mit der Jungautorin Sylvia Hamacher, die sie als Referentin gewinnen konnten, eine gute Wahl getroffen.

 Die heute 22-jährige Medizinstudentin weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, gemobbt zu werden. Aufgrund des geringen Altersunterschiedes gelang es Hamacher außerdem leicht, die Schüler des elften Jahrgangs, die zu dem Vortrag eingeladen waren, für das Thema zu sensibilisieren.

 Insgesamt rund vier Jahre lang wurde die 22-Jährige von Mitschülern drangsaliert. „Ich bin innerlich gestorben“, sagte sie ganz deutlich. „Und ich habe auch geblutet, das konnte nur keiner sehen.“ Das ging so weit, dass sie sich das Leben nehmen wollte, verriet Hamacher. Selbst die Lehrer hätten ihr nicht helfen können.

 Ihre Erfahrungen hat sie in den Büchern mit dem Titel „Tatort Schule“ niedergeschrieben. Als das erste Buch erschien, war sie erst 14 Jahre alt. „Ich habe mir dadurch die Last weggeschrieben“, erklärte sie.

 Die zentrale Frage: Wo ist der Unterschied zwischen einem Konflikt und Mobbing? Und noch viel schwieriger zu Beantworten war die Frage wie man solche Konflikte lösen kann. Den Schülern machte Hamacher auf anschauliche und spielerische Weise deutlich, wie schnell jeder zum Opfer, aber auch Täter werden kann. Ein Gerücht oder auch ein Scherz könne schnell ausarten, warnte die 22-Jährige. Es zeigte sich, dass jeder Berührungspunkte mit der Thematik hat. Auf die Frage, wer schon einmal Schläge angedroht bekommen hat, stand der Großteil der Schüler im „Auf-und-Ab-Spiel“ zustimmend auf.

 Hamachers Tipp, um nicht in den Mobbing-Kreislauf zu geraten: miteinander Reden, nicht alles glauben, was man über andere hört, und ein respektvoller Umgang. Den Trugschluss, dass man sich aus Mobbing heraushalten könnte, räumte die 22-Jährige auch aus. „Jeder, der so etwas mitbekommt, ist automatisch beteiligt.“ Ihr Appell an die Schüler: „Wenn jemand aus eurem Umfeld entsprechende Signale sendet, versucht für ihn da zu sein, damit auch er später sagen kann, seine Schulzeit war schön.“

Von Tina Bonfert

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