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Gläubiger gehen leer aus

Insolvenz der Schaumburger Brauerei Gläubiger gehen leer aus

Ende Januar ist die Schaumburger Brauerei in die zweite und endgültige Insolvenz gegangen. Nach wie vor ist Insolvenzverwalter Matthias Lehmann damit beschäftigt, das Verfahren abzuwickeln. „Ich hoffe, es nächstes Jahr abschließen zu können“, sagt er.

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Quelle: rg

Stadthagen. Zu den wichtigsten Aufgaben der vergangenen Monate gehörte es nach Darstellung des Juristen, finanzielle Forderungen des vormaligen Insolvenzverwalters Sascha Bibiha in Höhe von rund 70 000 Euro zu erfüllen. Diese resultierten aus der Zeit von 2013 bis 2015, als Bibiha fast zwei Jahre lang die Brauerei betrieben hatte. Nun sei es darum gegangen, „eine erhebliche Menge an im Betrieb noch vorhandenem Hopfen und Malz, an Gläsern und Büroausstattung, auf die Bibiha einen Eigentumsvorbehalt hatte, zu verkaufen“. Versetzt worden sei „so ziemlich alles, was da noch lag und stand“, erläutert Lehmann. Mittlerweile seien die Schulden beglichen. Gleichzeitig heißt das aber auch: Für die übrigen Gläubiger bleibt so gut wie nichts übrig. „Diese werden nichts ausgezahlt bekommen“, ist Lehmann sicher. Die Gläubigerversammlung, in der das verkündet werden muss, steht noch aus.

Immobilien gehören nicht zur Insolvenzmasse

Die Immobilien der ehemaligen Brauerei auf St. Annen gehören indes nicht zur insolventen Schaumburger Private Braumanufaktur GmbH und damit nicht zur Insolvenzmasse. Grundstück und Gebäude sind weiter im Besitz der Brauerei Lambrecht GmbH & Co. KG. Was mit den Immobilien passieren soll, ist unklar. Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Lambrecht war trotz mehrfacher Versuche für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Relativ rasch sei den zum Zeitpunkt der Insolvenz noch zwölf Mitarbeitern gekündigt worden, berichtete Lehmann. Zu Kündigungsschutzklagen sei es nicht gekommen. „Mit den Beschäftigten ist alles sehr vernünftig und verständnisvoll gelaufen“, wertet Lehmann.

Neue Jobs für Ex-Angestellte

Als „einigermaßen glimpflich“ haben sich die Folgen der Pleite für die meisten früheren Mitarbeiter nach Einschätzung von Ex-Betriebsratschef Fritz Sölter erwiesen. Einer der ehemaligen Beschäftigten sei als Maschinenführer zu einem Käseproduzenten in der Region gewechselt. Ein anderer ist heute Disponent bei einer nahen Spedition, ein weiterer konnte als Lagermeister in Hannover untergekommen. Zwei aus dem ehemaligen Team gehen laut Sölter bald in den Ruhestand. Und ein Braumeister habe „konkret etwas in Aussicht“, berichtet Sölter. Zwei aus der früheren Belegschaft, die noch etliche Jahre vom Ruhestand entfernt sind, seien dagegen noch immer arbeitslos.

Schaumburger Bier wird angenommen

Mit dem Absatz des „neuen“ Schaumburger Bieres, das seit einigen Monaten in der sauerländischen Westheimer Brauerei produziert wird, ist Getränkegroßhändler Hans-Harm Damke nach eigenem Bekunden recht zufrieden: „Es wird gut angenommen.“ Die Nienstädter Getränke Damke GmbH hat sich die Marken-Nutzungsrechte gesichert und vertreibt inzwischen alle gängigen Sorten. „Wir liegen beim Umsatz deutlich über Plan“, bilanziert Damke die Anlaufphase: „Die Einzelhandelsumsätze steigen seit Februar.“ Die Preise seien dafür reduziert worden, „das macht das Schaumburger Bier auch im Vergleich zu den Premium-Marken wieder wettbewerbsfähiger“, ist Damke überzeugt. In der Gastronomie sei der eine oder andere Betrieb als Abnehmer freilich verloren gegangen, andere hätten das Sortiment erweitert, um auf entsprechende Kundenwünsche einzugehen.
Dazu zählt etwa Oliver Sieloff vom Stadthäger Ratskeller, der jetzt zwei zusätzliche Biermarken ausschenkt. Die Kundschaft sei gespalten, vor allem die älteren Stammgäste schwörten auf das neue Schaumburger Bier, etliche Jüngere lehnten es aber ab. für ihn gelte es, beiden Gruppen gerecht zu werden.
Das sieht auch Sabine Cording vom Vornhäger Krug so, die ihr Angebot zwar ausgeweitet hat, aber am Schaumburger festhält: „Dieses Bier gehört einfach zur Region, auch wenn es jetzt woanders gebraut wird.“ Schützenhaus-Wirt Horst Struckmeier hingegen hat das Schaumburger aussortiert. „Es ist für mich trotz des Namens kein einheimisches Bier mehr“, begründet der langjährige Wirt seine Entscheidung. „Außerdem hat mir die Art und Weise der Insolvenz ganz und gar nicht gefallen.“

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