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Stadthagen Stadt Integration durch Begegnung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Integration durch Begegnung
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00:26 31.03.2018
Für die Begegnungsstätte wird ein passender Standort im Bereich der Hüttenstraße gesucht. Quelle: rg
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Stadthagen

Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin des Awo Kreisverbands Schaumburg, hatte damals die Idee von einem Begegnungszentrum im Bereich der Hüttenstraße im Nordwesten Stadthagens aufgebracht. Im August könnte dies bereits eröffnen.

Die Awo hat sich für die Umsetzung am Wettbewerb des Niedersächsischen Sozialministeriums „Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement in Niedersachsen“ beteiligt. 70.000 Euro an Fördergeldern könnten dort in das Projekt – das erstmal für ein Jahr angelegt ist – fließen. Die Awo würde einen Teil ihrer Flüchtlingssozialarbeiter für die Arbeit im Begegnungszentrum zur Verfügung stellen. „Die kennen die Gegend und die Menschen dort schon gut“, so Hanauske.

Der Verwaltungsausschuss hat dem Projekt bereits seinen Segen erteilt. Die Awo hat ihren Antrag nämlich bis zum 24. Mai einreichen müssen. Mit dem Bescheid rechnet Hanauske bereits für die erste Juli-Woche. „Wir hoffen, dass wir den Zuschlag bekommen, aber es gibt mehr Bewerber als Fördergelder“, drückt die Awo-Geschäftsführerin beide Daumen. Und dann müsste es auch schon Schlag auf Schlag gehen, denn bereits am 1. August soll das Projekt starten. Dabei ist das nötige Gebäude noch nicht gefunden. „In Zusammenarbeit mit der Stadt wird zurzeit ein geeigneter Standort im Quartier für den Treffpunkt gesucht“, so Hanauske.

Stadtteiltreffpunkt als Anlaufstelle

Bürgermeister Oliver Theiß begründet die Zusage mit dem traditionell hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in dem Bereich. Zudem seien in jüngster Vergangenheit auch viele Flüchtlinge in das Quartier rund um die Hüttenstraße gezogen. „Es ist immer die bessere Möglichkeit, Integration vor Ort zu machen.“ Insgesamt liegt der Ausländeranteil in Stadthagen bei 24,2 Prozent.

Auch wenn Theiß das Projekt begrüßt, das er mit Blick auf die hohe Fördersumme als „Chance“ sieht, weist er auf das ambivalente Verhalten seiner Ratskollegen hin. Denn schließlich hatte die Mehrheit die Schaffung einer Stelle für einen Integrationsbeauftragten ohne vorheriges Konzept abgelehnt. Und nun soll diese Maßnahme – ein Baustein zur Integration – gefördert werden. Der Bürgermeister sieht in dem Awo-Vorstoß dennoch eine „gute Sache“. Er schränkt aber auch ein, dass die Suche nach einem passenden Standort nicht einfach sein werde – und die Gefahr bestehe, dass die Awo trotz einem positiven Bescheid ihre Bewerbung zurückziehen müsse, wenn kein Gebäude gefunden werde.

lm Fokus des Projektes steht das Zusammenbringen von Flüchtlingen und allen weiteren Bewohnern mit und ohne Migrationsgeschichte. Sogenannte Quartiersmanager sollen die Menschen als „Kümmerer“ unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Ein Stadtteiltreffpunkt soll als Anlaufstelle dienen. Dort soll es neben Beratungsangeboten – insbesondere für Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte – genügend Raum für Begegnungen, Austausch und Veranstaltungen geben. col

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