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Stadthagen Stadt Integrationskonzept: Erst noch ein Workshop
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Integrationskonzept: Erst noch ein Workshop
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00:17 21.08.2017
Quelle: dpa
Stadthagen

Vor der Sommerpause hatten drei Agenturen ihre Angebote unterbreitet, wie sie ein Konzept erstellen wollen. Die Ratsgremien hatten im Frühjahr beschlossen, erst ein solches Konzept erarbeiten zu lassen, bevor eventuell die halbe Stelle eines Integrationsbeauftragten geschaffen wird.

Ausschussvorsitzender Thomas Pawlik (SPD) teilte gleich eingangs der Sitzung mit, in der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP sei in der Zwischenzeit deutlich geworden, dass keiner der drei Instituts-Vorschläge „die drängenden Fragen lösen kann“. Dabei gehe es um die Frage: „Gibt es eine gemeinsame Zieldefinition der Integrationsarbeit in Stadthagen zwischen Politik und Verwaltung?“ Und weiter: „Wie sind die Bedarfe in der Integrationsarbeit auch zum Beispiel für die Stelle eines Integrationsbeauftragten, wie müssen die Aufgaben konkretisiert werden?“

Zügig zur Umsetzung kommen

Weil die Institute nicht ausreichend klar gemacht hätten, wie sie diese Fragen beantworten wollen, sei die Politik auf die Verwaltung zugegangen, berichtete Pawlik, „um lösungsorientiert das weitere Vorgehen zu diskutieren“. In einem „offenen wertschätzenden Diskussionsprozess“, so der Ausschussvorsitzende weiter, sei man dabei zu folgender Verabredung gelangt: Am 19. Oktober soll es einen Workshop geben, an dem Vertreter der Ratsfraktionen, der Verwaltung und hiesige Integrationsexperten (Arbeiterwohlfahrt, Diakonisches Werk) teilnehmen. Auf diesem Workshop sollen die oben genannten Fragen zur Zieldefinition, zur Bedarfsklärung, der strategischen Ausrichtung und einer möglichen Stelle eines Integrationsbeauftragten geklärt werden. Dadurch werde man „zügig in einem schlanken Prozess in die Umsetzung kommen“, so Pawlik.

Ursula Schweer (CDU) bekundete, die Union wolle diesen Weg mitgehen. Auch Sahide Kömür (WIR) stimmte der Vorgehensweise zu. Lothar Biege (FDP) fügte hinzu, die Vorstellungen der drei Institute seien „zu ungenau und zu allgemein“ gewesen. Der geplante Workshop sei „sicher ein Verfahren, das zu einem guten Ergebnis führen wird“.

Namens der Verwaltung führte Iris Freimann aus, mit dieser Vorgehensweise könne man „schnell und konstruktiv zu einem Ergebnis kommen“. Es dürfe allerdings auch „nicht zu viel Zeit ins Land gehen“, da die Aufgaben der Integration bei mittlerweile rund 1000 hier wohnenden Flüchtlingen drängend seien: „Die Stadt muss sich dieser Aufgabe stellen.“ Ob es noch zur Beauftragung eines Fachinstituts kommen wird, hängt vom Ausgang des Workshops ab. ssr

Kommenta

Stadt und Ratsfraktionen wollen nach eigenem Bekunden „schnell und konstruktiv zu einem Ergebnis kommen“. Das sollte auch das oberste Ziel sein. Denn Tag für Tag kommen weitere Flüchtlinge in die Kreisstadt. Je mehr Zeit ins Land zieht, desto mehr Chancen vergeben die Verantwortlichen, die Menschen frühzeitig abzuholen. Umso größer das Unverständnis darüber, dass auch in diesem Fall erst wieder ein Workshop zwischengeschaltet wird, um überhaupt festzulegen, welche Ansprüche die Stadt an die Konzepte der Agenturen hat. Es dauert, wie in so vielen Bereichen der Stadtentwicklung, durch die vielen gegründeten Arbeitskreise einfach zu lange. Wie wäre es damit, einfach mal schnell und verbindlich eine Entscheidung zu treffen? Dafür wurden die Bürgervertreter übrigens einst gewählt.

Von Verena Insinger

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