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Irritationen um Kopftuch im Job-Center

Stadthagen / Arbeit Irritationen um Kopftuch im Job-Center

„Unverstanden, nicht ernst genommen und nicht respektiert“ fühlt sich die gebürtige Stadthägerin Emine Albayrak (31) von Mitarbeitern des hiesigen Job-Centers. Die Arzthelferin, seit sechs Monaten auf der Suche nach einer Halbtagsstelle, trägt als Muslima aus religiösen Gründen ein Kopftuch. Nachhaltig sei ihr geraten worden, dieses in der Arbeitswelt abzulegen, um besser einen Job zu finden.

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Anlass von Missverständissen im Job-Center: das Kopftuch von Emine Albayrak.

Quelle: rg

Stadthagen (ssr). „Ich trage das Kopftuch, seit ich zwölf bin“, erzählt die verheiratete Mutter von zwei fünf- und siebenjährigen Kindern, „und zwar freiwillig und aus Überzeugung.“ Für sie gehöre das Kleidungsstück zur Religion und sie sei stolz darauf. Zwar respektiere sie muslimische Frauen, die auf eine Kopfbedeckung verzichten, „ich für mich selbst würde es aber als Sünde empfinden, eine solche nicht zu tragen“.

Das habe sie in mehreren Gesprächen mit zwei Beratern und später mit einem Teamleiter des Job-Centers auch konsequent deutlich gemacht, schilderte Albayrak. Doch trotzdem sei ihr immer wieder empfohlen worden, in Bezug zum Arbeitsleben auf das Kopftuch zu verzichten.

Irgendwann sei sie „sehr traurig“ geworden: „Diese Erfahrung tut mir einfach weh.“ Zwar sei ihr bedeutet worden, man „meine es doch nur gut mit mir, das Klima habe sich seit dem Anschlag vom 11. September 2001 in New York verändert“. Aber, entgegnet Emine Albayrak: „Ich weiß doch selbst, was für mich als Person gut ist“. Irgendwann habe sich bei ihr ein Gefühl von Zwang und Diskriminierung eingestellt.

Der Leiter des Job-Centers, Michael Stemme, bestätigte auf Anfrage, gegenüber dieser Kundin sei eine derartige Empfehlung ausgesprochen worden: „Aber sehr zurückhaltend, mehr in Frageform wie: Könnten Sie sich vorstellen, auf das Kopftuch bei der Arbeit zu verzichten?‘“ Teamleiter Michael Barnert erinnerte sich, es sei „recht schwer gewesen, das Gespräch auf der sachlichen Ebene zu halten“.

Primäres Ziel des Job-Centers sei es, „den Weg einer schnellstmöglichen Einfädelung in den Arbeitsmarkt zu bahnen“, erläuterte Barnert. Dazu zähle in einem solchen Fall, „verschiedene Aspekte und Perspektiven aufzuzeigen“.

Und da sei es Teil der hiesigen Wirklichkeit, ergänzte Stemme, „dass das Tragen eines Kopftuches bei dem einen oder anderen Arbeitgeber ein Vermittlungshemmnis darstellen kann“. Stemme weiter: „Das würde zwar niemand offen sagen, aber trotzdem ist es anzutreffen – dieser Realität müssen wir bei der Beratung einfach Rechnung tragen.“

Der Job-Center Chef betonte, selbstverständlich spiele diese Frage bei vielen Arbeitgebern keine Rolle, das gelte aber eben nicht für alle. Dass Emine Albayrak das Ablegen des Kopftuches kategorisch ablehnt, „akzeptieren und tolerieren wir natürlich“, so Stemme. Es werde keinerlei Druck ausgeübt, schon gar nicht würden Sanktionen angewandt.

Stemme betonte zudem, es gebe im Job-Center keine Handlungsanweisungen für die Beratung von Kopftuch-Trägerinnen: „Das wird situations- und einzelfallbezogen gehandhabt, wir sind sehr bemüht, hier keine ,Schubladen‘ zu schaffen.“

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