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Ist der Wasserturm noch zu retten?

Historie bewahren Ist der Wasserturm noch zu retten?

Einer der renommiertesten Kenner des Stadthäger Georgschachtes, der Paderborner Geograph Georg Römhild, macht sich für den vollständigen Erhalt des Wasserturms stark. Dessen weithin sichtbares, charakteristisch überragendes Oberteil soll – wie berichtet – abgerissen werden, weil es baufällig ist.

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Dieses historische Foto zeigt den viereckigen Wasserturm (halblinks) als ein prägendes Element des Georgschacht-Ensembles.

Quelle: pr.

STADTHAGEN. Damit wäre der Charakter des historischen Gebäudes zerstört. Den bis zu 50.000 Euro teuren Abriss wird voraussichtlich die Stadt vornehmen, da der Privatbesitzer dazu finanziell nicht in der Lage ist.

Der Wasserturm sei ein „hervorragendes Objekt regionaler Industriearchäologie und Industriedenkmalpflege“, argumentiert Römhild. Das Gebäude sei „ein Stück Kulturgut eines hier Jahrhunderte überdauert habenden Steinkohlebergbaus“, fügt Römhild hinzu, der zahlreiche Publikationen zum Bergbau in Schaumburg veröffentlicht hat. „Der Wasserturm ist ein ,Leuchtturm‘ und eine Landmarke der Schaumburger Kulturlandschaft“, so der Experte weiter.

Abriss überdenken

Römhild, der bis zu seinem Ruhestand an der Uni Paderborn Geographie gelehrt hat, schlägt vor, den geplanten Abriss „zu überdenken und zu unterlassen“. Anstatt das Geld in den Abriss zu investieren, könnte man es in eine Sanierung stecken. Der Wasserturm könnte so zu einem „Erinnerungsort“ mit „innovativen Nutzungsmöglichkeiten“ werden. „Das wäre konstruktiv angelegtes Geld für die Schaumburger Kulturlandschaft“, plädiert der Experte.

Der Leiter des städtischen Bauamtes, Gerd Hegemann, legt dar, dass es „natürlich wünschenswert wäre, den Wasserturm als Teil eines historischen Gesamtensembles zu erhalten“. Dem stünden aber schwierige Rahmenbedingungen gegenüber. So müsste die Stadt das Gebäude vom Privateigentümer kaufen. Das Bauwerk stehe nicht unter Denkmalschutz. Zudem wäre eine Sanierung des Oberteils extrem aufwändig, so Hegemann. Mithilfe eines 30 Meter hohen Gerüstes müssten die verrosteten Stahlträger der Fachwerkkonstruktion ersetzt werden. „Wie das mit vertretbarem finanziellen Aufwand möglich sein sollte, ist mir nicht klar“, räumt Hegemann ein.

Untersuchungen sind nötig

Jan-Philipp Beck, im Rat Vorsitzender der Ampel-Mehrheitskoalition, sieht die Sachlage „vom Grundsatz her so wie Herr Römhild“. Was einen Erhalt angeht, habe er aber noch keine abschließende Meinung. Es müsse untersucht werden, ob das „mit halbwegs vertretbarem finanziellen Aufwand möglich wäre“. Dann wäre er dem gegenüber offen. CDU-Fraktionschef Heiko Tadge hingegen hält es angesichts der Haushaltslage für „eigentlich unmöglich“, dass die Stadt sich beim Wasserturm im Sinne einer Sanierung engagiert. ssr

Denkmal wahren

Bergbau gehört zur Geschichte

Ein Kommentar von Verena Insinger

Wo bleibt der Aufschrei? Die Stadt steht kurz davor, 50.000 Euro in den Abriss eines kulturhistorischen Denkmals zu investieren. Ein Stück Stadtgeschichte würde dem Erdboden gleich gemacht. Dann könnten Gäste und auch Heimische nicht mehr von Nienstädt aus den stadtbildprägenden Turm inmitten des Grüns erblicken. Die Bergbaugeschichte gehört zu Stadthagen wie das Schützenfest. Und auf das würde wohl auch niemand verzichten. Also, liebe Stadtvorderen, denkt noch einmal über Alternativen nach. Denn sonst wird ein Stück Geschichte zerstört.

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