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Stadthagen Stadt Jahresrückblick von Bernd Gieseking
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Jahresrückblick von Bernd Gieseking
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20:54 15.01.2017
Mit Kritik und Humor: Bernd Gieseking nimmt das vergangene Jahr auf‘s Korn.  Quelle: sk
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Stadthagen

Im 23. Jahr sei er mit dem Programmformat unterwegs – „in diesem Jahr mit neuem Text“, witzelte Gieseking, bezeichnete 2016 mit Blick auf die politische kriegbeladene Weltbühne als Jahr der Schurken. Er erinnerte an auseinandergegangene Beziehungen in Hollywood und in der Fußballwelt und schmähte die cineastische Neuinszenierung von Karl Mays Winnetou – „wo Pierre Brice erst ein Jahr tot ist“. Allerdings sei die Lebenswirklichkeit der Indianer gut dargestellt und gelungen sei die Besetzung von Winnetous Blutsbruder: Wenn man schon Wotan (Wotan Wilke Möhring) heiße, dann könne man auch Old Shatterhand spielen.
Vom Film ging es in die Wirklichkeit – in freier Betrachtung. Gieseking zitierte aus dem erdachten Tagebuch von Kanzlergatte Joachim Sauer, wählte die Tage, in der für Angela Merkel die Entscheidung zur erneuten Kanzler-Kandidatur anstand. „20. November. Mutti macht weiter.“ „Ja, ich trete an“, habe seine Gattin gesagt. „Aber die CDU glaubt, als ihre Kandidatin.“ Da habe man wohl die langen Gespräch mit Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) vergessen.
Er schwärmte von den Merkel-Jahren vor dem Auftreten bedenklicher Phänomene. „Es ging uns so gut.“ Man habe in Wohlfahrt gelebt „im Zeichen der Raute, und Helene Fischer kam aus den Lautsprechern.“ Seit 2014 etabliere sich nun Pegida. 2015 kamen die Flüchtlinge – wohl aus Schwärmerei für eine freiheitliche und bürgerrechtsstarke Demokratie: „Wo so was wie Pegida möglich ist, will ich leben.“
Grausen tat es dem Kabarettisten bei der Vorstellung, das der AfD-Vizevorsitzende Alexander Gauland im Falle des Einzugs der AfD in den Bundestag dessen Alterspräsident werden könnte. Das will Gieseking verhindern: „Es ist die einmalige Chance der FDP, meine Stimme zu bekommen.“
Mit dem Zitat eines AfD´lers „Es kommt nicht auf die Statistik an, sondern auf das Gefühl der Bürger“ steuerte Gieseking auf eine prominente Vokabel des Jahres 2016 zu und reimte: „Der neue Trend ist praktisch, alles ist postfaktisch.“ Realitäten müsse man nicht mehr beachten, kritisierte er, „denn die Fakten können dich mal.“
Ein Name fehlt im Jahresrückblick nicht. Die Wahl Donald Trumps, der immer nur Unternehmer gewesen und völlig unerfahren als Politiker sei, zum amerikanischen Präsidenten verglich Gieseking mit der Empfehlung: „Wenn du Bundesverteidigungsminister werden willst, wäre es gut, wenn du Kassierer in einem Schützenverein warst.“

sk

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