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Je früher, desto besser

Stadthagen / Nachwuchsförderung bei der Feuerwehr Je früher, desto besser

Je früher, desto besser. Darauf drängt Rolf Bruns mit Blick auf die Gewinnung von jungen Leuten für die Freiwillige Feuerwehr. Der Stadtbrandmeister ist von seiner Kernbotschaft zutiefst überzeugt: „Wo Ortswehren viele Kinder und Jugendliche anziehen, da gibt es keine Nachwuchsprobleme.“

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Stadtbrandmeister Rolf Bruns ist mit der Ausstattung der Feuerwehren in der Kreisstadt hochzufrieden.

Quelle: rg

Stadthagen (ssr). Dieser Ansatz funktioniert nach den Worten von Bruns in Stadthagen in jüngerer Zeit richtig gut. Sechs der sieben Ortswehren haben Kinderabteilungen. In diesen sind stadtweit 60 Kids organisiert. Als jüngste sei in diesem Jahr die Kinderfeuerwehr der Stadthäger Ortswehr hinzugekommen, „binnen ganz kurzer Zeit hatte die 17 Mitglieder“. Dazu kommen ebenfalls sechs Jugendabteilungen mit insgesamt rund 90 Mitgliedern.
Über diesen „regen Zulauf“ freut sich Bruns. Das sichere einigermaßen verlässlich den Nachschub für die aktiven Wehren, denen derzeit insgesamt 260 Brandschützer angehören. Nach Angaben von Bruns wechseln nämlich erfahrungsgemäß etwa 80 Prozent der Mitglieder von Jugendfeuerwehren in die aktive Wehr. Verbesserungswürdig sei die Lage lediglich in Obernwöhren, wo es derzeit weder eine Kinder- noch eine Jugendabteilung gebe.
Auffällig, wenn auch nach Meinung von Bruns nicht wirklich problematisch, sei die Altersstruktur bei den Aktiven. Bis zum Alter von etwas unter 30 Jahren blieben viele dabei, danach sei eine Delle zu verzeichnen. Erst ab 50 Jahren steige der Anteil wieder steil an. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: Familiengründung, Hausbau, intensive hauptberufliche Tätigkeiten, hin und wieder auch andere Hobbys stünden in der Mitte des Lebens oft im Vordergrund. In Stadthagen ist das nach Einschätzung des Experten besonders relevant: „Es gibt hier sehr viele Berufspendler und einige von denen sagen, eine Beteiligung an der aktiven Wehr habe unter diesen Bedingungen keinen Zweck.“
Angesichts verschärfter Bedingungen in der heutigen Arbeitswelt werde es mit der Verfügbarkeit der Einsatzkräfte vor allem tagsüber „immer schwieriger“, berichtet Bruns. Bei stadtweit bisher 180 Einsätzen im laufenden Jahr beispielsweise zeigt Bruns sogar Verständnis dafür, „dass das bei einigen Arbeitgebern Zähneknirschen auslöst“. Besonders ärgerlich dabei seien die vielen Fehlalarme – schon 40 im Jahr 2012. Der Experte ist sicher: „In früheren Zeiten war es für ehrenamtliche Brandschützer viel einfacher, sich freistellen zu lassen“. Aufzufangen sei das bei Einsätzen durch das Hinzuziehen benachbarter Wehren – diese Notwendigkeit nehme tendenziell zu.
Uneingeschränkt positiv beurteilt der Feuerwehrfunktionär die materielle Ausstattung der hiesigen Wehren durch die politisch Verantwortlichen: „Die ist sehr gut.“ Noch vor Weihnachten werde die Ankunft der nagelneuen Hubrettungsbühne erwartet. Sämtliche Gerätehäuser seien in jüngerer Vergangenheit renoviert oder erweitert worden. Derzeit liefen energetische Sanierungen. Auch die Anschaffung einer kostspieligen, hochmodernen Schutzkleidung sei in vollem Gang.

In den Dörfern verwurzelt

Braucht Stadthagen als Stadt mit 22 500 Einwohnern sieben Ortsfeuerwehren? Ja, sagt Stadtbrandmeister Rolf Bruns voller Überzeugung.
Bei den Ortswehren handele es sich „um gewachsene Strukturen mit langer Tradition“, argumentiert Bruns. Gerade in den Ortsteilen, die der oberste städtische Feuerwehrmann bewusst „Dörfer“ nennt, würden die Wehren nicht nur für den Brandschutz sorgen, sondern einen großen Teil des gesellschaftlichen Lebens darstellen: „Die organisieren Dorffeste, veranstalten Osterfeuer und andere kulturelle Ereignisse.“
Zudem profitiere die Feuerwehr als Ganzes im Ernstfall „von der punktgenauen Ortskenntnis der Kameraden in den Dörfern“. Mehr noch: Kleinere Brände und Hilfsleistungen könnten die alleine erledigen: „Hätten wir nur eine zentrale Wehr in der Stadt, müsste die auch in solchen Fällen jedes Mal rausfahren.“ Insgesamt werde dadurch die Länge der zurückzulegenden Wegstrecken gemindert.

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