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Stadthagen Stadt Jubiläum in doppelter Hinsicht
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Jubiläum in doppelter Hinsicht
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20:35 07.11.2018
Als Dankeschön überreicht Raimund Sichma (großes Bild, links) seinem Kollegen Andreas Landmann einen Ballonflug mit Begleitung für „weitere Höhenflüge“. Quelle: rg
von Lennart hecht STADTHAGEN

Eigentlich wollte er das schöne Wetter nutzen und im Garten arbeiten, sagte Landmann, der dank der Beharrlichkeit seiner Kollegen doch zum Bruchhof kam. Dort warteten bereits Dutzende Wegbegleiter aus den vergangenen Jahrzehnten auf ihn. Allerdings nicht aus dem ursprünglich genannten Vorwand – sondern um mit Landmann das 30-jährige Jubiläum von Hof Windheim zu feiern.

Denn der Jahrestag der gGmbH und damit der Einrichtung in Probsthagen, in der Menschen mit schweren seelischen Erkrankungen dabei unterstützt werden, ein selbstständiges Leben zu führen, ist untrennbar mit dem 30-jährigen Dienstjubiläum seines Geschäftsführers, Andreas Landmann, verbunden.

Wohn- und Lebensraum geschaffen

Landmann hat den Bauernhof, auf dem seit 1990 Menschen Wohn- und Lebensraum finden, wie kein zweiter geprägt und zahlreiche weitere Projekte rund um die Einrichtung unterstützt.

Eines dieser Projekte ist der Ausbau des Bruchhofes zu einer Tageseinrichtung für Menschen, die wegen psychischen Einschränkungen bei der normalen Arbeit überfordert sind. Im Schutz des Gutshofes können sie seit 2007 in einer Druckerei oder in einer Seifenmanufaktur mitarbeiten und damit Struktur in ihren Alltag bringen. So ist der Bruchhof zu einer Anlaufstelle für Schaumburger geworden, die unter einer schweren Depression oder schizophrenen Psychosen leiden.

Zudem haben Landmann und seine Kollegen vor sechs Jahren eine Tagesstätte in Wunstorf ins Leben gerufen und unter anderem das Inklusionsnetz mitbegründet.

Herzliche Wort von Kollegen

„Wir sind hier, weil wir gerne mit dir zusammen arbeiten“, lobte Raimund Sichma, der Landmann seit 16 Jahren als Geschäftsführer unterstützt, die Arbeit seines Kollegen – er sei, so Sichma, ein „Meister im Förderantragstellen“. Nach weiteren herzlichen Worten von Freunden und Kollegen, die Landmann in Teilen bereits seit seiner Tätigkeit in der heutigen Psychatrie Wunstorf unterstützt hatten, hatte am Ende auch noch der Protagonist des Abends die Gelegenheit, sich zu Wort zu melden.

Zu Tränen gerührt dankte Landmann allen Gästen für die Überraschung und die jahrelange Zusammenarbeit, um dann den Blick nach vorne zu richten. „Es gibt noch ganz viel zu tun hier im Landkreis“, sagte Landmann, der jedoch für den Moment auch zufrieden mit dem Erreichten war: „Ich bereue nichts.“ lht