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Jugendliche lassen sich „inspirieren“

Stadthagen / „Tag der Ausbildung“ Jugendliche lassen sich „inspirieren“

Welchen Schulabschluss brauche ich für diese Ausbildung? Wie kann ich meine Bewerbungsmappe verbessern, und welcher Betrieb bietet eine duale Ausbildung an? Fragen, die Jugendliche motiviert haben, zum ersten „Tag der Ausbildung“ in Stadthagen zu kommen.

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Industriekaufmann Jan-Hendrik Däning gibt Jacqueline (18) Einblicke in die technische Produktgestaltung des Unternehmens.

Quelle: rg

Stadthagen (kil). Insgesamt 27 regionale Unternehmen waren an Infoständen in der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) präsent. Kira (16) und Laura (17) zogen gemeinsam von Stand zu Stand. Von Aldi zur Heilerziehungspflegerin, zum Autohaus – und dann erst mal Pause machen. „Ich weiß noch nicht, was ich nach dem Abi machen möchte“, sagte Kira. Die beiden Freundinnen wollten sich einen allgemeinen Überblick über Berufe verschaffen. „Wir lassen uns inspirieren“, so Laura. Am meisten habe sie die duale Ausbildung bei Aldi überzeugt. Spaß solle es schon machen, aber Aufstiegschancen seien ihnen ebenso wichtig. Was schade sei: „Es gibt hier fast nur Jungs-Berufe.“

 Das klassische Rollenbild wurde größtenteils auch an den Infoständen bestätigt. Bei Heilerziehungspflege und Friseur saßen überwiegend Mädchen, bei Industrie und Technik vor allem Jungs. Tobias (14) ist zwar erst in der 9. Klasse, wollte sich aber schon mal informieren, was es im Bereich Maschinenbau für Praktika gibt, während Erhan (15) sich über den Beruf des Maurers und Leutrim (15) sich über Chancen als Dachdecker informierten – zwei Berufe, bei denen es Fritz Pape (Kreishandwerkerschaft) zufolge momentan an Bewerbern mangelt.

 Dass es aber auch Mädchen gibt, die sich für einen eher technischen Beruf interessieren, hat Jacqueline (18) bewiesen. Bei der Firma Lühr informierte sie sich über Möglichkeiten der technischen Produktgestaltung. Momentan besucht sie die Fachoberschule Gestaltung an den BBS. Jetzt hat sie sich, mit Zeugnissen und Lebenslauf ausgerüstet, auf die Suche nach potenziellen Arbeitgebern gemacht. „Bewerbungen schreibe ich dann danach“, sagte sie.

 Andere wollten gar nicht erst so lange warten und gaben ihre Bewerbungsmappe gleich vor Ort ab. Die Gelegenheit, persönlich mit Ausbildern und Arbeitgebern zu sprechen, nahm auch Johann (22) wahr: „Das war für mich die einzige Möglichkeit, persönlich mit der Bundeswehr zu sprechen“. Dort würde er sich gerne zum Fluggerätemechaniker ausbilden lassen. Die Zahl qualitativ guter Bewerber für zivile Ausbildungen sei stark rückläufig, berichtete Reinhold Neitzert von der Bundeswehr. Waren es früher 500 Bewerber auf 28 Stellen, seien es aktuell nur noch rund 200.

 Die Agentur für Arbeit als Organisator zeigte sich zufrieden mit der guten Resonanz von Ausbildern und Jugendlichen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dies der erste „Tag der Ausbildung“ in der Kreisstadt war.

Was bei Bewerbungen gar nicht geht

Wie soll meine Bewerbung aussehen, wie verhalte ich mich beim Vorstellungsgespräch? – Auch in dieser Hinsicht konnten die Unternehmer Tipps geben. Meike Vogt, Ausbildungsleiterin bei Faurecia, bekommt ständig Bewerbungen zu sehen, die „nicht optimal“ sind – auch beim „Tag der Ausbildung“.
Der eine hat sein Foto schief eingescannt, der andere sein Zeugnis nicht beigelegt. Ihr Tipp: klassische Bewerberfotos beim Fotografen machen lassen, in der Regel auch Piercings rausnehmen und ruhig mal einen Blazer anziehen – es sei denn, es passt zum Berufsbild, etwa Friseur.
Über Tipps freute sich auch Maria (22), die sich mit Bluse und Blazer über den Beruf der Industriekauffrau informierte. „Ich habe einige Tipps für meine Bewebung und für das Vorstellungsgespräch bekommen“, sagte sie.

Ungewöhnlicher Kurztest

Worum ging bei „Hänsel und Gretel“? Wie hoch ist der aktuelle Dollarkurs? Und kennen Sie den Unterschied zwischen Leasing und Miete? – Mit derartigen Fragen, die auf den ersten Blick etwas abwegig erscheinen mögen, wollte das Unternehmen B.I.T. Soft (Spezialist für kaufmännische Softwarelösungen) aus Bückeburg den allgemeinen Wissensstand der Bewerber testen. „Wir wollten einfach mal schauen: Was wissen die jungen Leute, die zu uns kommen, eigentlich alles?“, erklärte Tabea Schaak, selbst Auszubildende im Betrieb.

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