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Junger Ladendieb bekommt Warnschuss

Stadthäger mit Mutter auf Diebestour Junger Ladendieb bekommt Warnschuss

Ein 18 Jahre alter Stadthäger, der reihenweise Ladendiebstähle begangen hat, bekommt Zeit zum Nachdenken. Das Amtsgericht hat gegen den Heranwachsenden einen vierwöchigen Warnschuss-Arrest verhängt.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Kein Handy, kein Fernsehen, die Zelle karg möbliert: Jugendarrest, begrenzt auf maximal vier Wochen, ist kein Zuckerschlecken. Wer hier landet, braucht einen Schuss vor den Bug und bekommt einen Vorgeschmack, was Haft bedeutet. In der Regel handelt es sich um jugendliche oder heranwachsende Straftäter, die sich von einer Jugendstrafe auf Bewährung allein kaum beeindrucken lassen, diese womöglich sogar als eine Art Freispruch empfinden. Gezielt wirken Betreuer in der Jugendarrestanstalt auf die Probanden ein.

Zu dieser Gruppe gehört nun auch der junge Stadthäger. In einem Prozess um fünf Ladendiebstähle hat das Amtsgericht Stadthagen den vorbestraften Heranwachsenden außerdem zu einer Jugendstrafe von acht Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Warnschuss-Arrest wird als Ergänzung zur Jugendstrafe verhängt. Im Fall des 18-Jährigen kommen noch 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit hinzu.
Bei ihm sieht Richter Kai Oliver Stumpe „mittlerweile schädliche Neigungen“, Voraussetzung für die Verhängung eine Jugendstrafe. Bedenklich findet Stumpe, dass der Stadthäger einen Elfjährigen mit reingezogen hatte. In einer Hannoverschen Parfümerie musste der Junge für ihn Waren in ein anderes Regal stellen, um den Diebstahl zu erleichtern. Kinder in dem Alter sind noch nicht strafmündig.

In einem weiteren Fall war der junge Mann mit seiner Mutter im Juli 2015 auf Diebestour, bevor der Ladendetektiv eines Stadthäger Kaufhauses beide erwischte (wir berichteten). Gestohlen hatten sie drei T-Shirts und eine Hose, Damenbekleidung im Gesamtwert von rund 80 Euro – wobei die Mutter den Tatort abschirmte, damit der Sohn möglichst ungehindert stehlen konnte. Die 42-Jährige wurde dafür im selben Prozess wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt, umgerechnet 80 Tagessätze.

„Es ist besonders bedenklich, dass eine Mutter mit ihrem Sohn klauen geht“, stellte Richter Stumpe fest. Und dies ist nicht der erste Diebstahl, den beide gemeinsam begangen haben: Im August 2014 hatten sie aus einem Stadthäger Markt Sportschuhe mitgehen lassen. Im damaligen Prozess bekam die Mutter eine Geldstrafe, während der Sohn lediglich verwarnt wurde, weil er Ersttäter war. Das hat sich zwischenzeitlich geändert.

Im jüngsten Prozess ging es neben dem Diebstahl in Stadthagen noch um diese Fälle: Drei Lederjacken für zusammen knapp 470 Euro hatte der 18-Jährige in einem Mindener Kaufhaus in seinem Rucksack verschwinden lassen. In der Parfümerie, wo ihm der Elfjährige helfen musste, hatte er es auf zwei Deosticks für 45 Euro abgesehen, in einem Hannoverschen Modemarkt auf ein Paar Sportschuhe im Wert von 40 Euro. Ebenfalls in Hannover stahl der Stadthäger in einem Modehaus Kleidung und Parfüm für insgesamt fast 200 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.   ly

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