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Kampf dem „Bürokratiemonster“

Dehoga-Ortsverband bewegt die Einführung des Mindestlohns Kampf dem „Bürokratiemonster“

Unterstützung im Kampf gegen ein „weltfremdes Bürokratiemonster“ erhofft sich der Dehoga Ortsverband Stadthagen-Land.

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Quelle: SN

Stadthagen. „Die Krankheit heißt Kneipen- und Gaststättensterben, und sie endet oft tödlich. Und Gesetzgebungen wie die Promillegrenze, das Rauchverbot und der Mindestlohn tragen nicht zur Besserung bei.“ Mit diesen Worten eröffnete der Ortsverbandsvorsitzende Rolf Pano gestern die Generalversammlung im Gasthaus Probst.

 Dabei ist die Einführung des Mindestlohnes aus Sicht der Gastronomen gar nicht der Streitpunkt. „Mit 8,50 Euro hat keiner ein Problem. Zufriedene Mitarbeiter sind mir wichtig. Ein unzufriedener Koch kocht schlecht“, betonte Markus Schöttker von der Gaststätte Alter Krug in Niedernwöhren.

 Unzumutbar und weltfremd seien vielmehr die Begrenzung der Arbeitszeit auf zehn Stunden und der mit der neuen Gesetzgebung verbundene Dokumentationszwang, waren sich die Mitglieder des Ortsverbandes einig. „Wir wissen nicht, wie lange die Gäste bleiben wollen. Das ist nicht planbar, denn wir haben mit Menschen zu tun. Und einfach rausschmeißen können wir sie auch nicht“, beschreibt Ernst-Wilhelm Gerland vom gleichnamigen Gasthaus aus Nienbrügge das Dilemma.

 Aus Sicht von Pano „bestraft man die Fleißigen, die arbeiten wollen“. Vor allem bei Festivitäten wie einer Hochzeit sei es unmöglich, sich an die Stundenbegrenzung zu halten. „Sagen wir mal, die Hochzeit beginnt um 16 Uhr mit dem Sektempfang. Dann müssten wir um 24 Uhr sagen: ,So Leute, jetzt ist Feierabend!‘ Das geht nicht.“ Und um 22 Uhr eine neue Mannschaft antanzen zu lassen, sei nicht möglich.

 Dass der Mindestlohn zu Entlassungen in der Gastronomie führt, darüber waren sich die Mitglieder nicht einig. „Im Gegenteil, ich suche noch Personal“, sagte Gerland. Allerdings würden jetzt wohl viele Betriebe darüber nachdenken, ihre Öffnungszeiten auf das Kerngeschäft zu reduzieren.

 Die in der Versammlung geäußerte Variante, die Arbeitsbereiche der Mitarbeiter flexibler zu gestalten, stößt nach Ansicht von Gerland schnell an ihre Grenzen. „Die Spülkraft zu entlassen und den Koch spülen zu lassen, ergibt wenig Sinn. Am Ende brauche ich dann einen zusätzlichen Koch, der viel mehr verdient als eine Spülkraft.“ Vor allem auf die Gastronomen-Familien komme mehr Arbeit zu, so der Tenor. ber

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