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Kampf den Plastiktüten

Umweltschutz kommt bei Kunden in Stadthagen an Kampf den Plastiktüten

Was in Supermärkten längst etabliert ist, setzt sich auch im Einzelhandel durch: Auf Initiative des Handelsverbandes (HDE) haben die meisten Geschäfte in der Stadthäger Innenstadt ihre Plastiktüten kostenpflichtig gemacht – oder ganz abgeschafft.

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Wer heute in Stadthagen seinen Einkauf in der Plastiktüte nach Hause trägt, muss in den meisten Geschäften dafür zahlen.

Quelle: RG

Stadthagen. Die Reaktionen der Kunden sind nach Angaben der Händler positiv.

 Laut einer EU-Richtlinie sollen die Mitgliedsstaaten den jährlichen Verbrauch bis 2020 auf 90 Tüten pro Einwohner reduzieren, ab 2026 auf 40 Stück. Sollten nicht genügend Einzelhändler mitmachen, schließt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine gesetzliche Regelung nicht aus. Der HDE will mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Händler ein solches Gesetz vermeiden.

 Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Stadthagen (SMS) sieht die Initiative positiv. Günter Raabe: „Wenn man einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, ist das zu begrüßen.“ Dadurch könne die Flut der Plastiktüten eingedämmt werden, die nicht nur die Weltmeere verschmutzen, sondern auch die Stadthäger Innenstadt. Auch für die Einzelhändler rechnet Raabe mit einem positiven Effekt: „Ich glaube, dass für die teilnehmenden Geschäfte ein Wettbewerbsvorteil entsteht. Die Kunden, deren Umweltbewusstsein mittlerweile sehr ausgeprägt ist, sehen, dass etwas gemacht wird.“

 Die Reaktionen bestätigen die Einschätzung des SMS-Vorsitzenden. „95 Prozent sehen das positiv“, berichtet Ludger Schmänk, Geschäftsführer des Modehauses Hagemeyer. Der Erlös aus dem Verkauf der Plastiktüten, die je nach Größe 20 oder 30 Cent kosten, werde gespendet. „Die Kunden können Vorschläge machen, an welche Einrichtung das Geld gehen soll“, betont Schmänk.

 Auch bei Intersport Kreft sind die Tüten seit April kostenpflichtig. Mit spürbarem Effekt: „Der Verbrauch ist um 70 Prozent zurückgegangen“, berichtet Jochen Kreft. Dabei seien die Reaktionen fast durchweg positiv gewesen. „Der eine oder andere war nicht einverstanden, aber das sind Einzelfälle.“ Auch bei Spielmit sind seit April die Plastiktüten kostenpflichtig. Seitdem sei der Verbrauch gesunken, weil die Kunden häufiger zum eigenen Stoffbeutel greifen, berichtet Verkäufer Lucas Kramer.

 Gänzlich auf Plastiktüten verzichten Jost Böger in seinem gleichnamigen Kreativ-Geschäft und Lin-Riehl Braut- & Abendmoden. Böger ist Anfang des Jahres auf Papiertüten umgestiegen. „Das ist zwar ein Kostenfaktor, aber die Kunden rechnen mir das hoch an.“ Auch Britta Borges gibt in ihrem Stilhaus Papiertüten kostenlos heraus. „Ich würde meinen Kunden niemals Geld dafür abknöpfen. Einige bringen mir die Tüten auch wieder.“

 Bei MäcGeiz haben die Verkäufer dagegen keinen derartigen Effekt festgestellt. Die Plastiktüten kosten dort schon immer zehn Cent das Stück und würden nach wie vor gerne genommen, heißt es. ber

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