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Kaum Mietwohnungen frei

Wohnungsmarkt in Stadthagen Kaum Mietwohnungen frei

In der Kreisstadt gibt es nach Angaben von Experten aktuell kaum freie Mietwohnungen.

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Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Das gilt besonders für kleinere Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment.

 „Wir haben eine riesige Nachfrage, die wir bei Weitem nicht befriedigen können“, berichtet etwa der Stadthäger Immobilien-Makler Carsten Winkelhake. „Insbesondere kostengünstige Mietwohnungen gibt es am Markt so gut wie gar nicht.“ 90 Prozent der Wohnungssuchenden gehen laut Winkelhake derzeit leer aus. Das bestätigt Jessica Klement vom Immobilien-Service der Volksbank Hameln-Stadthagen: „Wenn wir eine freie Mietwohnung reinbekommen, haben wir dafür sofort rund 20 Interessenten.“

 Am ehesten seien noch Mietwohnungen im oberen Preissegment zu bekommen, schildert Jürgen Buhr, Inhaber der hiesigen Oberschür Immobilien: „Bei kleinen bezahlbaren Wohnungen hingegen ist kaum etwas zu machen.“ Im Unterschied zur Situation noch vor wenigen Jahren handele es sich derzeit „um einen absoluten Vermietermarkt“, so Winkelhake. „Wenn Eigentümer etwa vor zwei Jahren froh sein konnten, überhaupt einen Mieter zu finden, können sie sich diesen heute auswählen.“

 Als Folge der Verknappung des Angebots haben die Mieten nach Auskunft der Experten im Laufe der vergangenen zwölf Monate stark angezogen. Die durchschnittliche Kaltmiete beträgt laut Winkelhake in Stadthagen aktuell sechs Euro pro Quadratmeter. Klement taxiert diesen Betrag bei 5,90 Euro.

 „Vor einem Jahr lag der noch bei fünf Euro“, fügte sie hinzu. Unter fünf Euro sei hier im Moment nichts mehr zu bekommen, ergänzt Winkelhake. Vor zwölf Monaten habe es günstige Wohnungen dagegen noch für vier Euro gegeben.

 Als einen Grund für den fast leergefegten Mietwohnungsmarkt nannten die Experten übereinstimmend die Zuwanderung von Flüchtlingen. „Das schlägt sich besonders mit Blick auf die preisgünstigen Mietwohnungen nieder“, erläutert Winkelhake. „Die Zuwanderung spielt dabei sicherlich eine Rolle“, bestätigt Klement.

 Winkelhake nennt weitere Gründe für die große Nachfrage. Viele neu nach Stadthagen ziehende Arbeitnehmer würden neuerdings nur Zeitverträge erhalten und zögen deshalb aus Vorsicht eine Mietwohnung dem Kauf von Wohneigentum vor. Zudem gebe es „einen klaren Trend weg vom Land in die Städte, davon ist auch Stadthagen betroffen“.

 Für das knappe Angebot macht Buhr aber auch die Bundespolitik verantwortlich: „Die Bundesregierung macht eine extrem verfehlte Wohnungsbaupolitik, das führt zu einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum.“ Zudem „behindern die Mietpreisbremse und andere Hemmnisse Investitionen in bezahlbaren Wohnraum“, fügt Buhr hinzu. ssr

 

Mehr Bewerber

Mehr Bewerber als Angebote

Von einer „sehr starken Nachfrage in Stadthagen nach günstigem Wohnraum“ berichtet auch Heinz-Helmut Steege, Geschäftsführer der Kreiswohnungsbaugesellschaft. Diese vermietet überwiegend öffentlich geförderte Wohnungen und tritt dadurch, was die Mieten angeht, „regulierend am Markt auf“, wie Steege formuliert. Derzeit übersteige die Zahl der Bewerber deutlich das durch die Kreiswohnbau verfügbare Angbot. „Gerade bei unseren Wohnungen treten die Asylbewerber auf den Markt“, erläutert der Geschäftsführer. Die Kaltmiete pro Quadratmeter liege bei Altbauwohnungen der Kreiswohnbau derzeit bei 4,60 Euro, für modernisierte Wohnungen bei bis zu 5,50 Euro, rechnet Steege vor. Die Kreiswohnbau darf aufgrund der öffentlichen Förderung lediglich die Kostenmiete berechnen. Die Mietpreise hätten in letzter Zeit leicht angezogen, weil die Materialkosten für Erhalt und Modernisierung gestiegen seien, so Steege.  ssr

 

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