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Kaum brauchbare 1a-Lagen

Filialisten auf Standortsuche Kaum brauchbare 1a-Lagen

Der Traum vieler junger Stadthäger, ein H&M vor Ort, wird wohl auch genau das bleiben: ein Traum. Zumindest wenn man einem Stadthäger Immobilienmakler glauben mag, der namentlich nicht genannt werden möchte. Es fehle einfach an 1a-Lagen. Dies ist aber nicht das einzige Kriterium für Filialisten.

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Stadthagen hat zwar jede Menge Leerstände anzubieten, wie etwa an der Obernstraße 1 (Bild oben links) oder am Marktplatz (unten rechts), aber nicht die passenden Immobilie für beispielsweise Rossmann. Der Drogeriemarkt würde sich gerne vergrößern. Erleichtert ist die Stadt jedoch, dass es durch die Übernahme von Woolworth keinen Leerstand bei Vögele gibt.

Quelle: Fotos: col/Montage: Harmening

STADTHAGEN. H&Mselbst will sich zu solchen Gerüchten nicht äußern, heißt es dazu aus der Pressestelle von H&M Deutschland. „Grundsätzlich prüfen wir Stadthagen nach wie vor als Standort.“ Bei der Entscheidung für eine Ansiedlung seien verschiedene Faktoren ausschlaggebend: „Wir sind durchaus auch an mittleren und Kleinstädten interessiert. Neben der Einwohnerzahl spielen für H&M bei der Wahl neuer Standorte stets auch die Kaufkraft, hohe Zentralität sowie entsprechende Mitbewerber eine Rolle.“

 Auch Wirtschaftsförderer Lars Masurek bestätigt, dass es „verschiedentlich Interesse von H&M an einer Ansiedlung in Stadthagen“ gegeben habe. So habe es Kontakte der Stadt zum Beispiel über Investoren und Projektentwickler gegeben. „Mir sind auch Eigentümer bekannt, die selbst in Kontakt mit dem Unternehmen waren.“ Letztlich seien allerdings alle Versuche gescheitert.

 Die Gründe für das Nichtzustandekommen einer Ansiedlung eines solchen Filialisten seien – losgelöst vom Namen H&M – meist vielfältig, erklärt Masurek: Lagequalität – solche Unternehmen suchten ausschließlich 1a-Lagen –, Barrierefreiheit, große und ebenerdige Schaufensterfronten; Flächengröße und -zuschnitt, Mietpreisvorstellungen (aufseiten der Immobilieneigentümer und der Filialisten) sowie Vertragslaufzeit. „Das alles muss passen.“

Größe des Marktgebietes zählt

 Es sei nicht grundsätzlich so, dass alle großen Filialisten eine Ansiedlung in Städten mit weniger als 30.000 Einwohnern ausschließen, betont Masurek. Bei manchen sei dies ganz klar das entscheidende Kriterium, „das wird einem dann auch so wider gespiegelt“. Bei anderen zähle wiederum die Größe des Marktgebietes, „das heißt, wie viele Kunden orientieren sich zum Einkaufen auf einen bestimmten Standort“. Dementsprechend stelle man als Wirtschaftsförderer, Makler oder Projektentwickler dann diese Kenngrößen bei den Unternehmen in den Mittelpunkt. Dieses Marktgebiet ist laut Masurek für Stadthagen relativ groß. Zudem zähle, welche anderen Sortimente oder Marken bereits vor Ort vorhanden sind. Ein Unternehmen müsse dann für sich entscheiden, ob das Vorhandensein bestimmter Marken eher ein Grund für oder gegen die Ansiedlung ist.

 „Im Übrigen herrscht mittlerweile bei vielen Filialisten deutlich stärkere Zurückhaltung bezüglich der Expansion in die Fläche als noch vor Jahren“, weiß Masurek. Das liege nicht zuletzt daran, dass die Einzelhändler beobachteten, wie die Marktentwicklung über das Internet weitergehen wird. Vor Ort könne das zur Konsequenz haben, so der Wirtschaftsförderer, dass man mit Immobilieneigentümern, die für eine Ansiedlung eventuell noch Umbauten tätigen müssen, nur noch relativ kurz laufende Mietverträge zeichnen will. Der Eigentümer müsse jedoch wiederum darauf achten, dass seine Investitionen in das Ladengeschäft auch tragfähig sind. „So kann es passieren, dass man am Ende nicht zusammenfindet.“

Rossmann will sich vergrößern

 Aber auch bereits vor Ort etablierte Unternehmen stehen in Stadthagen schnell vor Problemen – etwa bei Expansionsplänen: so wie die Drogerie-Kette Rossmann. Wie ein Rossmann-Sprecher bestätigt, ist die Fläche an der Obern-straße mit 450 Quadratmetern zu klein. „Wir können nicht das ganze Sortiment anbieten, was wir natürlich gerne tun würden.“ Deswegen sei das Unternehmen auf der Suche nach einer neuen Immobilie oder prüfe Erweiterungsmöglichkeiten. „Heute beziehen wir keine Flächen mehr unter 700 Quadratmetern“, heißt es seitens des Konzerns. Die Suche werde von der dafür zuständigen Abteilung aktiv betrieben, „wir sprechen mit anderen Geschäftsleuten und Maklern“.

 Insgesamt habe sich während der vergangenen Monate in den Randlagen der Innenstadt eine leichte Verbesserung der Situation ergeben, so der Wirtschaftsförderer. „Ich schätze die Ansiedlung von Woolworth in mehrfacher Hinsicht positiv ein. Zum einen wurde eine zeitnahe Nachnutzung erreicht, sodass ein längerer Leerstand in dieser guten Geschäftslage ausbleibt.“ Woolworth übernimmt, wie berichtet, die Fläche von Vögele. Dabei müsse beachtet werden, dass die große Ladenfläche, verteilt über zwei Etagen, bei vielen Einzelhandelsfilialisten nicht unbedingt zum Anforderungsprofil passe. „Zum anderen konnten mit dieser schnellen Nachfolgeregelung Arbeitsplätze erhalten werden. Interessant sei auch das Geschäftskonzept mit dem breiten Sortimentsmix. Dies wirke sich positiv auf die Versorgungssituation der Bevölkerung in Stadthagen und im Umland aus – „und damit hoffentlich auch auf die Kundenfrequenz in der Innenstadt“.

 Erfreulich sei, dass es derzeit ebenfalls in zentraler Lage ein bis zwei aussichtsreiche Entwicklungen gebe. In einem der Leerstände werde es im Herbst mit großer Wahrscheinlichkeit eine Neueröffnung geben. Mehr will Masurek aktuell jedoch nicht verraten. col

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