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Kein Zurück mehr

Pilotprojekt der PLSW Kein Zurück mehr

In Gefahr ist das ambitionierte Pilotprojekt der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) offenbar nicht. Es wird weiter gebaut an der Enzer Straße, und ein Ende ist in Sicht.

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Der PLSW-Neubau an der Enzer Straße: Der Einzug der schwerbehinderten Bewohner wird sich auf das späte Frühjahr verschieben.

Quelle: rg

Stadthagen. Im kommenden Jahr soll, wie berichtet, für rund 4,7 Millionen Euro ein Wohnhaus insbesondere für Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen fertiggestellt werden. Und doch haben die beiden Geschäftsführer Peter Stuart und Bernd Hermeling Sorgenfalten auf der Stirn. Geplante Änderungen am Bundesteilhabegesetz drohen ihnen bei der Finanzierung einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Vier Bausteine

Weil es sich bei dem Modellvorhaben um eine Einrichtung für ambulantes betreutes Wohnen handelt, hatte die PLSW ein aus vier Bausteinen bestehendes Kostenübernahme-Paket geschnürt. Kommt die Gesetzesänderung zum Jahresende, wie von Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles beabsichtigt, würde einer dieser Bausteine nahezu komplett wegfallen: Dann gäbe es keine Beteiligung der Pflegeversicherung an dieser Art von Wohnheim mehr.

Die Sozialhilfe als Existenzgrundlage und die sogenannte Eingliederungshilfe deckten den erhöhten Pflegeaufwand der schwerstbehinderten Bewohner allein nicht ab, heißt es bei der PLSW. Zieht sich die Pflegeversicherung zurück, fehlen für jeden der insgesamt 16 Wohnplätze knapp 2000 Euro monatlich – und damit etwa ein Drittel des kalkulierten Budgets. Pro Bewohner werden – je nach Handicap – zwischen 4500 und 6000 Euro für die Unterbringung veranschlagt. „Wir sind der Meinung, dass die Eingliederungshilfe und die Pflegeversicherung zusammengehören. Da liegt die Krux des Teilhabegesetzes“, sagt Hermeling.

Um die wackelnde Finanzierung zu retten und eine alternative Kostenübernahme „durchzuboxen“ (Stuart), müsse deshalb in Verhandlungen mit dem Landessozialamt eine neue Regelung gefunden werden.

"Müssen Einsparungen vornehmen"

Der geplante große Wurf könne das ambulante Wohnkonzept aber nicht mehr werden. Es bleibe zwar bei der grundsätzlichen Umsetzung – allein schon, weil man bei den Betroffenen, denen bereits ein Platz zugesagt worden sei, im Wort stehe. „Aber natürlich müssen wir Einsparungen vornehmen“, sagt Stuart. Das wirke sich letztendlich auf die Betreuung der Menschen in der Einrichtung aus. Stuart betont aber, dass trotz der Abstriche eine professionelle Betreuung gewährleistet sei. „Ein anderes Modell wäre uns lieber gewesen, aber wir müssen uns letztendlich an die Rahmenbedingungen halten“, bedauert Hermeling. Es gebe kein Zurück mehr.

Die Verantwortlichen der PLSW hoffen indes, dass es nicht in Gänze zu den Veränderungen des Bundesteilhabegesetzes und PflegestärkungsgesetzesIII kommt. Die Lebenshilfe hat eine Petition verfasst und macht bundesweit gegen das Gesetz mobil – in der Hoffnung, es zumindest teilweise kippen zu können.

Im Stadthäger Neubau werden in der oberen Etage 14 kleine Wohnungen für Menschen mit leichten Behinderungen erstellt. Die Schwerstbehinderten leben darunter in Wohngemeinschaften.

20 neue Stellen für Fachkräfte

Für die Einrichtung werden 20 neue Stellen für Fachkräfte geschaffen, die an der Enzer Straße arbeiten werden, berichten die Geschäftsführer. Das Einzugsdatum ist wegen der Fragezeichen bei der Finanzierung von Januar auf das Frühjahr verschoben worden. Spätestens im Mai sollen die Zimmer fertig sein. „Uns ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass sie wie geplant bei uns einziehen können und gut versorgt sein werden“, versichert Stuart.  jemi

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