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Keine Kaution für Oliver S.

Diesel-Affäre Keine Kaution für Oliver S.

Der Stadthäger Oliver S. sitzt seit Januar in den USA in Untersuchungshaft. Die Hoffnung des VW-Managers, bis zum Prozessbeginn Anfang Januar 2018 gegen Kaution frei zu kommen, hat sich am Donnerstag zerschlagen. Ein entsprechender Antrag wurde vom zuständigen Strafrichter abgelehnt.

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Oliver S. wird nicht auf Kaution freigelassen

Quelle: dpa

Stadthagen. Familie und Freunde nahmen die Nachricht geschockt auf. Sie hatten das US-Gericht schriftlich um die Freilassung des Managers gebeten. Auch der heimische Europaabgeordnete Burkhard Balz gehört zum Kreis derer, die sich in Briefen für Oliver S. einsetzten. 1988 hatten beide gemeinsam Abitur gemacht. Balz schilderte den 48-Jährigen als einen „ordentlichen Kerl“ und bat um eine Entscheidung zu seinen Gunsten. Auch die Eltern von S. haben laut Bild-Zeitung den Richter schriftlich gebeten, ihren Sohn freizulassen. Für die Kaution hatte der VW-Manager 1,6 Millionen US-Dollar zusammenbringen können.

Konzern verweist auf Verschwiegenheitspflicht

So hatte er dem Vernehmen nach unter anderem sieben Wohnungen in Florida (Wert 433 000 Dollar) und Ersparnisse als Sicherheit angeboten. Laut Bild soll außerdem VW seinem Mitarbeiter eine halbe Million Dollar geliehen haben. Der Konzern wollte dies am Donnerstag gegenüber den SN offiziell nicht bestätigen und verwies auf seine Verschwiegenheitspflicht.

Aber alle Bemühungen waren umsonst. Der Staatsanwalt soll die Fluchtgefahr als zu groß eingeschätzt haben. Nach der Entscheidung, die gestern gegen 15 Uhr deutscher Zeit getroffen wurde, wollte sich S.s Vater verständlicherweise nicht äußern – zu groß saß der Schock bei dem Stadthäger Kaufmann. Berichten zufolge hatte er dem US-Richter geschrieben: „Ich versichere Ihnen von Herzen, dass er ein aufrichtiger und verantwortungsbewusster Erwachsener ist, der seine Versprechen halten wird. Er wird nicht fliehen.“

Oliver S. hat seinen Hausarrest angeboten

Um zu beweisen, wie sehr er an seinen Sohn glaubt, war der Stadthäger auch bereit, „einen Großteil meiner Ersparnisse“ für die Kaution zu hinterlegen. Auch die Frau von S. hatte betont, dass ihr Mann sich „seiner Verantwortung stellen“ werde. Oliver S. hatte sich bereit erklärt, seinen Pass abzugeben und sich unter Hausarrest stellen zu lassen. Alles vergeblich.

Der VW-Manager war am 7. Januar am Flughafen Miami von FBI-Beamten festgenommen worden. Nach seinem Weihnachtsurlaub hatte er wieder nach Hause fliegen wollen. Als zuständiger Manager der VW-Umwelt- und Entwicklungsabteilung hatte S. die Verhandlungen mit den US-Umweltbehörden geführt und diese dabei – so der Vorwurf – in der Abgas-Affäre getäuscht. In der 39-seitigen Klageschrift sind etliche Anschuldigungen, von bewusster Falschaussage bis zur Vernichtung von Beweismitteln gelistet. Eine erste erfolglose Kautionsanhörung hatte es bereits im Januar gegeben. Oliver S. drohen 169 Jahre Haft.  col

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