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Kinder betteln mit Rosen und falschen Elendsbildern

Stadthagen / Jüngstes Mitglied ist neun Jahre alt Kinder betteln mit Rosen und falschen Elendsbildern

Eine in Stadthagen wohnende rumänische Familie sorgt seit Monaten für haufenweise Arbeit bei der hiesigen Polizei.

Stadthagen (ssr). Die vier Kinder der Familie im Alter zwischen neun und 15 Jahren sind in ganz Norddeutschland „aggressiv bettelnd“ unterwegs. Das Verhalten reicht bei manchen Vorkommnissen „in den strafwürdigen Bereich“, offenbar bis hin zur Körperverletzung. Entsprechende Informationen dieser Zeitung hat Polizeisprecher Axel Bergmann am Freitag bestätigt.
Das hiesige Kommissariat wird deswegen mit Anfragen der Polizei aus vielen Städten zwischen Emden und Göttingen überhäuft, „weil bei Kindern und Jugendlichen, was die Ermittlungsarbeit angeht, das sogenannte Wohnortprinzip gilt“. Das sei auch sinnvoll, da die hiesigen Jugend-Sachbearbeiter „das soziale Umfeld der Kinder recht genau kennen“.
Auf rund 60 einschlägige Vorfälle, die zu offiziellen Anfragen auswärtiger Polizeidienststellen bei den Kollegen in Stadthagen geführt haben, hat es das Quartett bislang gebracht. Die Dunkelziffer der Fehlhandlungen dürfte drastisch höher liegen. Die Ermittlungen haben in den vergangenen Monaten zu mehreren Anzeigen geführt.
Da die Kinder und Jugendlichen nicht strafmündig sind, ermittelt die Staatsanwaltschaft Bückeburg in sämtlichen Fällen gegen deren Eltern. Dabei wird auch geklärt, ob die Kinder im ausdrücklichen Auftrag ihrer Eltern unterwegs sind – also selbst tragische Opfer sind.
Nach Darstellung Bergmanns spielt sich das Geschehen jeweils in etwa so ab: Zwei oder drei der Kinder gehen mit Rosen in der Hand auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen oder an Bahnhöfen auf Passanten zu. Erst erwecken sie den Eindruck, Rosen verschenken zu wollen. Die jungen Rumänen versuchen nicht selten, diese den Passanten sogar regelrecht in die Hand zu drücken.
Dann kramen sie dramatisch auf Mitleid abzielende Fotos aus Rumänien hervor, mit denen sie zu Spenden auffordern. Die Bilder zeigen „verbrannte Höfe, verstümmelte und ausgemergelte Kinder, verwahrloste Wohnungen“, schildert Bergmann: „Wir gehen davon aus, dass diese Bilder schlicht gefälscht sind.“
In vielen Fällen erbetteln und erschleichen sich die Kinder auf diese Weise Münzgeld. Erzeugen sie mit ihrem Vorgehen nicht sogleich Bereitschaft, werden sie zudringlich. „Da werden schon mal Geldscheine aus der Hand gerissen“, nennt Bergmann Beispiele, „Passanten werden bedrängt, in den Arm gekniffen oder gar geschüttelt.“
Damit nicht genug: Über die Mitglieder des Quartetts gemeldet worden sind aus mehreren norddeutschen Städten auch Einbruchdiebstähle und vielfaches Schwarzfahren.

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