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Kinos gehören seit 90 Jahren zum Stadtbild

Schwieriger Neuanfang nach 1945 Kinos gehören seit 90 Jahren zum Stadtbild

Kinos gehören seit Jahrzehnten zum Leben in der Kreisstadt. Kleine und große Besucher haben dort mit ihren Helden der Leinwand mitgefiebert und manchmal gelitten. Die SN werfen einen Blick auf seine rund 90 Jahre währende Geschichte.

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Heimatfilme sind in den 30er Jahren häufig im Kino zu sehen, hier ein Werbeausschnitt des Stadthäger Kinos von 1935. 

Quelle: ano

Stadthagen. Die frühesten Anfänge des Kinos in der Stadt datieren aus den späten 1920er Jahren. Der Kinobesitzer Albert Ressing stieß mit seinen Plänen zur Errichtung eines Lichtspielhauses indes zunächst auf Ablehnung. In einem Schreiben vom 16. Juni 1927 heißt es unter anderem „insbesondere genügen der nicht feuersicher verkleidete Vorführerraum und der Notausgang nicht den an die zu stellenden Anforderungen“. Gegen diese Verfügung legte Ressing Beschwerde ein. Am 24. Juni des Jahres erhielt er dann schließlich die Erlaubnis, das Kino zu betreiben. Die polizeiliche Genehmigung zur Errichtung des Lichtspielhauses durch Umbau des früheren Apprath‘schen Wollhauses erhält er am 4. November 1927.

 In den Jahren 1934 bis 1949 durchlief das deutsche Kino verschiedene Phasen. In den 1930er Jahren prägten vor allem Heimatfilme das Genre. Die damalige Lichtburg zeigte aber auch Streifen wie „Casanova“, „Das Testament des Cornelius Gulden“, „Pappi“ und „Der junge Baron Neuhaus“. Der Streifen „Peer Gynt“ mit Hans Albers in der Hauptrolle wurde auf vielseitigen Wunsch hin im Jahr 1935 bis 11. April verlängert. Schützenfeste sind in Stadthagen übrigens schon immer beliebt gewesen. Am 16. Juli 1937 erging hierzu etwa der Beschluss, dass der Film „Das Stadthäger Schützenfest 1937“ zur Vorführung in Stadthagen zugelassen wird.

Bundesministerium zeichnet hervorragende Jahresprogramme aus

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich das deutsche Kino in einer schwierigen Lage. Das NS-Regime hatte, insbesondere in Person von Propagandaminister Joseph Goebbels, den Filmbetrieb dazu benutzt, seine totalitäre Anschauung zu verbreiten. In der letzten Kriegsphase, als die Niederlage nur noch eine Frage der Zeit war, kamen immer mehr Durchhaltefilme. Nach dem Ende des „Tausendjährigen Reiches“ übernahmen die Besatzungsmächte die Kontrolle über Deutschland. Diese entschieden auch, was gezeigt werden durfte und was nicht. In einem Schreiben vom 15. April 1950 wird etwa die Aufführung des Filmes „Titanic“ von der Seite untersagt. Auch nach dem Ende der Besatzung gibt es die eine oder andere Kontroverse. So heißt es in einem vom 4. November 1955 datierenden Schreiben, in der damaligen „Lichtburg“ sei der Film „Nackte Gewalt“ bei besonderen Vorstellungen für Jugendliche gezeigt worden.

 Das aktuelle Kinocenter hat sogar einen Preis eingeheimst. Seit 1970 zeichnet das Bundesinnenministerium jährlich Filmtheater für hervorragende Jahresprogramme aus. Die Auszeichnung wurde dem Betreiber Fritz Rubba am 14. Oktober 1988 in der damaligen Hauptstadt Bonn übergeben. ano

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