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Stadthagen Stadt Kita Regenbogenhaus ruft um Hilfe
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kita Regenbogenhaus ruft um Hilfe
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20:35 20.04.2017
Die Mitarbeiter in der Kita Regenbogenhaus wollen mehr Kollegen, um den Kindern besser gerecht zu werden. Quelle: tro
Stadthgen

In ihrer Beschlussempfehlung, die am 4. Mai im Ausschuss für Schulen und Kindergärten behandelt wird, heißt es, den Antrag „zunächst bis zu den Haushaltsplanberatungen 2018 zurückzustellen“.

 Die Gemeinde hatte Ende Dezember einen Antrag auf Personalvergrößerung für mindestens drei Gruppen bei der Verwaltung eingereicht. Seinen Ursprung hat diese Bitte jedoch schon im Sommer 2014, als der Träger der Kita Regenbogenhaus um eine Gruppenverkleinerung bat. Diese war damals abgelehnt worden.

 Dabei sieht die Kirchengemeinde dringenden Handlungsbedarf, den sie mit dem Niedersächsischen Gesetz über Tageseinrichtung für Kinder begründet (Kasten). In der aktuellen Situation werde das Personal den Anforderungen der Kinder nicht gerecht, wie Pastor Martin Runnebaum erklärt. Dieser Umstand sei ihm wiederholt von der Fachberaterin aus dem Haus Kirchlicher Dienste in Hannover und der Ärztin des Gesundheitsamtes Schaumburg bestätigt worden.

 Das Problem liege darin begründet, dass in der Kita der Anteil an förderungsbedürftigen Kindern sowie solchen mit Migrationshintergrund, deren Eltern kaum Deutsch verstünden, besonders hoch sei. Bei der jetzigen Gruppenstärke und dem derzeitigen Personalschlüssel seien die Aufgaben nicht zu bewältigen. Weiterhin gehe dies auf Kosten der Gesundheit und des Wohlbefindens der dortigen Mitarbeiter und letztlich auf Kosten der betreuten Kinder. „Wir haben also ein Problem, das im Interesse der Kinder und der Mitarbeiter zeitnah gelöst werden muss“, schrieb Runnebaum in seinem Antrag.

Stadt hofft auf Gelder vom Land

Von der Verwaltung wird dieser Umstand gar nicht bestritten – im Gegenteil: Der im Antrag geschilderte Sachverhalt wird „grundsätzlich so bestätigt“, da auch von der direkt an das Regenbogenhaus angrenzenden städtischen Krippe „Zwergenland“ ähnliche Erfahrungen und Problematiken widergespiegelt würden. Und dennoch spricht sich die Verwaltung gegen mehr Personal aus. Und das aus mehreren Gründen.

 Die Stadt hofft auf Gelder vom Land und möchte sich den Weg für Fördermittel nicht verbauen. Rund 70.000 Euro würden drei Kräfte (à 20 Stunden) jährlich kosten. Das Kultusministerium hat angekündigt, dass das Land den örtlichen Trägern der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in diesem und dem kommenden Jahr jeweils rund 60 Millionen Euro für zusätzliches Personal und Qualifikationsmaßnahmen zur Verfügung stellt. Der Landkreis Schaumburg habe erklärt, dass sich der Entwurf der entsprechenden Richtlinie bereits im Anhörungsverfahren beim Landkreis befinde. „Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, erst den Ausgang der derzeit exakt zur Thematik passenden Richtlinie abzuwarten, da sich ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn förderungsschädlich auswirken könnte und somit Personalkosten rückwirkend nicht übernommen werden“, heißt es in der Vorlage. Zudem könnten die nahenden Landtagswahlen zu Änderungen führen, da die „Einführung einer dritten Kraft im Kindergarten“ bereits medienwirksam thematisiert worden sei.

 Außerdem wolle die Stadt bei der Frage des Personals eine Gesamtbetrachtung aller städtischen Kindertageseinrichtungen vornehmen, statt das Regenbogenhaus isoliert zu betrachten. Diskutiert wird im Ausschuss ab 17 Uhr im Ratssaal, Rathauspassage 1. col