Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Klavierrecital wird zum Erlebnis

Boris Giltburg begeistert in facettenreichem Konzert Klavierrecital wird zum Erlebnis

Tosender Applaus und mehrere Zugaben: Mit seinem Klavierkonzert im Kaminsaal des Schlosses in Stadthagen hat Boris Giltburg sein Publikum am Sonnabend restlos begeistert. Nach Stadthagen geladen wurde der israelische Pianist vom Stadthäger Kulturverein.

Voriger Artikel
Gute Resonanz bei Schau im Bruchhof
Nächster Artikel
Stadthäger sind die besten Autofahrer

Hoch konzentriert widmet sich der Pianist Boris Giltburg seinem Programm.

Quelle: mak

Stadthagen. Als Eröffnung gab der Preisträger des Königin-Elisabeth-Preises 2013 die „Chaconne“ der zeitgenössischen, russischen Komponistin Sofia Gubaidulina zu Gehör. In einer kurzen Ansprache wandte sich Giltburg vorab persönlich an die Anwesenden und widmete den Vortrag dieses impulsiven, tongewaltigen Werks allen Opfern von Terroranschlägen weltweit. Es gelang dem jungen Pianisten zweifelsohne, die oftmals atonalen, disharmonischen Klänge mit einer bewegenden Interpretation in plausible Zusammenhänge zu transferieren. Giltburgs nachvollziehbare Darbietung verwandelte das Gehörte in ein wirkungsvolles Erlebnis.

Den zweiten Programmpunkt bekleidete das Op. 6 des romantischen Komponisten Robert Schumann: Die „Davidsbündlertänze“, die Giltburg eindrucksvoll präsentierte, bezeichnen einen Klavierzyklus aus der frühen Schaffensperiode des Vorzeigeromantikers. Die Betitelung dieses Werks geht zurück auf einen gleichnamigen, fiktiven Künstlerzirkel um Robert Schumann, der im Lebenswerk des Komponisten eine wichtige Rolle spielte und sich im Kontext der Geheimbundeuphorie des 19. Jahrhunderts den als spießbürgerlich verschrienen Philistern entgegenstellte. Giltburgs dynamische Leichtigkeit erlaubte es dem geneigten Zuhörer, jeglichen Facettenreichtum dieser insgesamt 18 Charakterstücke zu genießen und bewirkte, dass sich die Begeisterung des Publikums bereits zur Pause in tosenden Beifall ergoss.

Die dritte Säule des erfrischend abwechslungsreichen Programmes bildeten die „Valses nobles et sentimentales“ des französischen Impressionisten Maurice Ravel. Diese Folge von Walzern stellt, inspiriert durch das Schaffen des Romantikers Franz Schubert, eine moderne, tonmalerische Auseinandersetzung mit dem Prinzip des Walzers aus impressionistischer Perspektive dar. Durch effiziente Phrasierung vermochte Giltburg es, die stilistische Abgrenzung gegenüber Schubert, welche bereits Ravel selbst etablieren wollte, nachvollziehbar zu intonieren, ohne romantische Assoziationen zu vernachlässigen.

Den krönenden Abschluss des Programms bildete die Klaviersonate Nr. 2, Op. 36 von Sergei Rachmaninow. Giltburg spielte die 1931 vom Komponisten selbst revidierte Fassung, deren drei zusammenhängenden Sätzen er eine faszinierende musikalische Tiefe verlieh. Dem nicht abbrechenden, euphorischen Applaus des begeisterten Publikums zufolge geizte Boris Giltburg nicht mit Zugaben. Nach einer Kreisler-Bearbeitung sowie einem Auszug aus den Études-Tableaux von Sergei Rachmaninow ließ der Ausnahmepianist spätestens mit einem der drei Intermezzi aus dem Op. 117 von Johannes Brahms endgültig verzauberte Gesichter zurück. kra

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg