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Stadthagen Stadt Kleingärten weichen Wohnbebauung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kleingärten weichen Wohnbebauung
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00:32 16.04.2018
Muss sich wegen der Pläne der Stadt von seinem Kleingarten trennen: Olaf Scheibe. Quelle: RG
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STADTHAGEN

Veränderungen rücken näher im Sanierungsgebiet im Quartier zwischen der Vornhäger-, Probsthäger- und Lauenhäger Straße sowie dem Tulpenweg. Das merken Olaf Scheibe und andere fünf Kleingärtner, die in diesem Areal Parzellen von der Stadt gepachtet haben. Diese haben von der Stadtverwaltung jetzt Schreiben erhalten, in denen das Pachtverhältnis zu Ende September gekündigt wird. „Wir nehmen das so hin“, sagt Scheibe: „Eine Überraschung ist es ja nicht, wir wissen seit längerer Zeit von den Plänen für unser Gebiet.“

Wie Bauamtsleiter Gerd Hegemann auf Anfrage berichtet, wird im Bereich der Kleingärten gerade das Gelände vermessen. Im kommenden Jahr wolle die Stadt dort eine Erschließungsstraße bauen. Über den dazu nötigen Grunderwerb sei man sich mit den Eigentümern im Grundsatz schon einig, so Hegemann. In dem Areal sollen zehn bis zwölf Baugrundstücke entstehen. „Dafür gibt es sogar schon Kaufinteressenten“, weiß der Bauamtschef.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Zu diesem Sanierungsgebiet „Südlich des Tulpenwegs“, das im Förderprogramm „Stadtumbau West“ verankert ist, gehört auch die Einmündung der Lauenhäger- in die Vornhäger Straße. Dort sei „politisch vorgeklärt“, so Hegemann, dass kein Kreisel gebaut wird sondern Abbiegespuren installiert werden. Die Führung der Radfahrer soll dabei sicherer gestaltet werden. Für die breiteren Fahrbahnen benötigt wird das Eckgrundstück, auf dem die frühere Moschee steht. Dieses Gebäude wird die Stadt kaufen. Nach Angaben von Hegemann sei mit dem Eigentümer der Türkisch-Islamischen Gemeinde mittlerweile Einigkeit über den Kaufpreis erzielt. Der Bauamtsleiter rechnet insofern mit einem Abriss noch im laufenden Jahr. Der Umbau des Einmündungsbereiches könne dann im kommenden Jahr erfolgen.

Lebensmittel-Markt weiter eine Option

Was die Bebauung entlang der Vornhäger Straße angeht, steht laut Hegemann nach wie vor auch die Option der Ansiedlung eines Lebensmittel-Marktes im Raum: „Ob das da zu empfehlen ist oder nicht, soll ein Einzelhandels-Strukturkonzept ergeben, das derzeit von einem Fachbüro erarbeitet wird.“ Dieses solle zum Ende der Sommerpause vorliegen. Dann müsse darüber die Politik entscheiden: ein Bebauungsplan „Südlich des Tulpenwegs“ soll laut Hegemann möglichst bis zum Jahresende verabschiedet sein. Die Alternative dort wäre die Errichtung von Wohnbauten.

In jedem Fall müssen die Interessen der Grundeigentümer und potenzieller Investoren sowie die städtebaulichen Planungen unter einen Hut gebracht werden. Intensive Gespräche zwischen betroffenen Akteuren seien im Gange, berichtet Hegemann. Attraktiv gerade für die Grundeigentümer sei, dass die Kosten für den Abriss der dortigen Leerstände aus dem Förderprogramm finanziert werden können. „Die Betroffenen haben die Chance, praktisch umsonst ein baureifes Grundstück zu bekommen.“ Allerdings: „Die Würfel müssen spätestens nächstes Jahr fallen, weil das Fördergeld danach nicht mehr zur Verfügung steht.“ ssr

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