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Knöllchen-Krach kocht wieder hoch

Strafzettel für offenes Fenster Knöllchen-Krach kocht wieder hoch

Die Geschichte hat vergangenes Jahr für Furore gesorgt: Wegen eines offen gelassenen Autofensters hat ein Rintelner in Stadthagen ein Knöllchen kassiert. Später nahm der Bürgermeister persönlich - und pressewirksam - den Strafzettel zurück. Der Rintelner behauptet nun, das stimme gar nicht, er habe nie wieder von der Verwaltung gehört. Bürgermeister Oliver Theiß dagegen sagt, man habe darauf gewartet, dass der Rintelner sich meldet.

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Stadthagen. Es ist eine der großen Aufregergeschichten des vergangenen Jahres gewesen: Gernot Seehof aus Rinteln kassierte in Stadthagen ein Knöllchen für ein offengelassenes Autofenster. Es hagelte Kritik aus der Bürgerschaft – Kleinlichkeit lautete der Vorwurf – und jetzt könnte alles noch schlimmer werden.

Denn am nächsten Tag ruderte damals zwar Bürgermeister Oliver Theiß im Namen der Verwaltung höchstpersönlich und öffentlich zurück. Doch von dieser Amnestie will der bestrafte Seehof nie etwas gehabt haben.

„Die haben mich nicht angerufen und mir nicht geschrieben“, sagt der Rintelner. „Und das Geld haben sie auch nicht zurücküberwiesen.“ Er habe alle relevanten Kontoauszüge überprüft.
Aufgefallen war Seehof das bereits im vergangenen Sommer: „Die Leute haben zu mir gesagt, du mit deiner Geschichte da in Stadthagen, aber das Knöllchen hat ja jetzt der Bürgermeister selbst zurückgenommen.“ Seehof: „Ich habe dann immer geantwortet: Keine Ahnung, wovon ihr redet. Das stimmt nicht.“

Wieder hochgekocht ist das Thema für ihn am Jahresende. Im Rückblick 2016 der Schaumburger Nachrichten stieß Seehof auf seine eigene Geschichte – mit dem gnadenvollen, aber seiner Meinung nach durch Theiß‘ öffentliche Erklärung geschönten Ausgang.

„Es geht mir doch gar nicht um die 15 Euro“, sagt Seehof. „Aber einfach so etwas zu behaupten, das finde ich für einen Bürgermeister nicht in Ordnung.“

Oliver Theiß muss die Wogen nun zum zweiten Mal die Wogen glätten. Zunächst einmal gibt der Stadtvordere zu: Ja, die Verwaltung hat sich nicht bei Seehof gemeldet, und es wurde auch kein Geld zurück überwiesen.

Oliver Theiß: Haben gewartet, dass Seehof sich meldet

Allerdings, ergänzt der Bürgermeister, hat das auch einen plausiblen Grund. Zwischen Seehofs Knöllchen und seinem Gang an die Öffentlichkeit über die SN sei offenbar etwas Zeit verstrichen. Als der Artikel erschien, hatte Seehof das Geld Theiß zufolge bereits überwiesen.

„Bei uns galt das deshalb als abgeschlossener Vorgang“, sagt der Bürgermeister. Die Verwaltung habe Seehof auch deshalb nicht kontaktiert, weil sie nicht hundertprozentig sicher sein könne, dass Fahrzeughalter und Fahrzeugführer am Tag des Knöllchens ein und dieselbe Person gewesen sind.

Dennoch gelte das Angebot weiterhin. „Wir haben darauf gewartet, dass er sich bei uns meldet“, sagt Theiß. „Und wenn er jetzt anruft, werden wir die 15 Euro erstatten.“ 

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