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Kombinierte Rad- und Fußwege sollen weg

Radler sollen auf die Straße Kombinierte Rad- und Fußwege sollen weg

Kombinierte Rad- und Gehwege – in Stadthagen sind sie ein Auslaufmodell. An immer mehr Stellen schickt die Stadt die Radler auf die Straße.

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Stadthagen (tbh). Es tut sich was beim Ausbau des Radwegenetzes in der Kreisstadt. Voraussichtlich im Herbst wird die Lauenhäger Straße erneuert. In diesem Zuge soll dort ein sogenannter Schutzstreifen, also eine am Straßenrand mit einer Linie abgetrennte Fahrspur für Radler, aufgebracht werden.
Doch damit nicht genug. Auch die Verkehrssituation für Fahrradfahrer auf St. Annen und der Enzer Straße soll nach Angaben von Bauamtsleiter Gerd Hegemann zeitnah verbessert werden.
Weil absehbar sei, dass die Sanierung der maroden Fahrbahndecke auf St. Annen, bei der es sich um eine Landesstraße handelt, in naher Zukunft vom Land nicht in Auftrag gegeben werden wird, will die Stadt nun selbst aktiv werden und in Vorleistung treten. Rund 100 000 Euro sind veranschlagt, um den Bereich zwischen der Schachtstraße und der Kreisstraße auszubauen und auch dort einen Fahrrad-Schutzstreifen aufzubringen.
Das Vorhaben soll nun in der Verkehrssicherheitskommission und den politischen Gremien erörtert werden. Hegemann zufolge könnte der Ausbau auf St. Annen Mitte 2016 beginnen.
Und auch eine dritte Straße soll bald in Angriff genommen werden: Ein Entwurf für die Sanierung der Enzer Straße liegt laut Hegemann bereits vor. Das Problem: Weil die Fahrbahn zu schmal ist, muss sie zunächst verbreitert werden, um die Radler in den fließenden Verkehr einbinden zu können.
Neben der Radspur muss die Fahrbahn für Autos noch eine Breite von mindestens 4,50 Metern aufweisen. Auf Landes- und Kreisstraßen teilweise sogar 5,50 Meter. „Was nicht überall möglich ist“, weiß der Bauamtschef. Bevor die Pläne für die Enzer Straße konkret werden, sollen die Bürger bei einer Informationsveranstaltung einbezogen werden.
An der Lauenhäger Straße ist es schon so weit. Hier lädt die Stadt die Betroffenen zur Vorstellung des Vorhabens mit anschließender Diskussion für Dienstag, 15. September, um 17.30 Uhr in den Ratssaal ein.

„Lebensgefährlich“

Kombinierte Rad- und Gehwege sind aus Sicht von Polizeisprecher Axel Bergmann „eigentlich lebensgefährlich“. Der Grund: der große Geschwindigkeitsunterschied. Fußgänger seien im Schnitt vier bis sechs Stundenkilometer schnell, auf dem Fahrrad erreiche man leicht 15 Kilometern pro Stunde und mehr. „Radler sind damit im Schnitt fünf Mal so schnell wie Fußgänger.“ Dadurch würden sich die Verkehrsteilnehmer gegenseitig in Gefahr bringen. Fußgänger achten nach Erfahrung von Bergmann häufig nicht auf herannahende Zweiräder. Ein hohes Gefahrenpotenzial gehe für Radler zudem von Kreuzungen und Einfahrten aus – hier komme es häufig zu Zusammenstößen mit Autos.
Eine Einschätzung, die Manfred Hoppe, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Schaumburg, teilt: „Auf jeden Fall ist ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer sicherer, als der schmale Streifen auf dem Gehweg.“ In dem fließenden Verkehr, der gegenüber den Autofahrern aus den einmündenden Straßen meist vorfahrtberechtigt sei, werde man nicht so schnell übersehen. Aus eigener Erfahrung weiß der passionierte Radler, dass Autofahrer häufig nicht rechtzeitig auf dem Gehweg bremsen, sondern aus der Ausfahrt oder Einmündung bis zur Straße vorfahren. tbh

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