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Stadthagen Stadt Kommission soll rasch Lösungen finden
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kommission soll rasch Lösungen finden
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00:20 14.09.2018
Mit der Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Brandschützer beschäftigt sich der Feuerwehrbedarfsplan. Quelle: rg
Stadthagen

Der Feuerwehrbedarfsplan wurde somit noch nicht beschlossen, vor allem weil über das Zustandekommen der erhobenen Daten noch offene Fragen bestehen. Im Rat wurde aber darüber Einigkeit erzielt, rasch eine Kommission aus Vertretern der Feuerwehr, der Verwaltung und des Ratsausschusses für Sicherheit und Ordnung zu bilden. Diese hat den Auftrag, aus dem Plan geeignete Schlüsse zu ziehen und vor allem Lösungen dafür zu erarbeiten, wie das sogenannte Schutzziel besser erreicht werden kann.

Dieses war wie berichtet vom Rat beschlossen worden und sieht vor, dass in mindestens 90 Prozent der Fälle neun Feuerwehrleute spätestens zehn Minuten und weitere sieben Einsatzkräfte 15 Minuten nach der Alarmierung am Brandort sein sollen. In dem Plan legen die Experten aber dar, dass dies nur zu 20 Prozent, unter Weglassung der Fehlalarme in 40 Prozent der Fälle erreicht wird.

Ausstattung verbessern

Die Kommission soll möglichst schnell Ergebnisse auch darüber erzielen, welche Verbesserungen bei der Ausstattung der Wehren in welcher Zeitfolge erbracht werden sollten. Es bestand Einigkeit darüber, dass dies möglichst schnell passieren soll. Ulrike Koller (SPD) forderte sogar konkret, dies müsse zumindest in Teilen schon bis zur nächsten Sitzung des Fachausschusses im November erfolgen, da dann bereits erste Beschlüsse für den Haushalt des kommenden Jahres zu fällen seien.

Jan-Philipp Beck, der Sprecher der Ampel-Ratsmehrheit, fügte hinzu, die Sache dürfe „auf keinen Fall auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden“.

Koller betonte: „Mit Blick auf die Erreichung des Schutzziels haben wir noch eine Menge Lösungsarbeit zu leisten.“ Allerdings müsse erst analysiert werden, ob die vom Fachbüro auf Basis der Daten der Leitstelle für die Jahre 2010 bis 2015 erstellte Analyse zum richtigen Ergebnis geführt habe. „Ich selbst weiß von Einsätzen, die nicht über die Leitstelle gelaufen sind.“ Zudem stelle sich die Frage, ob seit 2015 Verbesserungen oder Verschlechterungen der Erreichung des Schutzziels eingetreten sind. Erst nach Beantwortung dieser Fragen könnten die richtigen Schlüsse gezogen werden, so Koller.

Hauptproblem sei laut Plan die zu geringe Verfügbarkeit von ehreamtlichem Personal an Werktagen. Zum einen, weil viele Brandschützer außerhalb Stadthagens arbeiten, zum anderen, weil die Verfügbarkeit eingeschränkt ist. „Hier müssen intelligente und umsetzbare Problemlösungen zum Beispiel in der Alarm- und Ausrückeordnung erarbeitet und zielstrebig und zeitnah umgesetzt werden“, forderte Koller.

Kritik an eingekauftem Plan

Heiko Tadge (CDU) führte aus, die Kosten in Höhe von 15.900 Euro für die Erstellung des Bedarfsplans „hätten wir uns größtenteils sparen können“. Denn: „Die Bestandsanalyse hätten wir mit etwas Anstrengung von Verwaltung und Ortswehren auch selber erstellen können.“ Hier widersprach Verwaltungschef Oliver Theiß: „Das ist nichts, was die Verwaltung neben ihrem laufenden Geschäft noch hätte schaffen können.“ Somit hätte die Verwaltung „die Erkenntnisse des Bedarfsplans nicht selber gewinnen können“.

Dass diese Erkenntnisse der externen Fachleute aus Sicht der CDU aber nur eingeschränkten Wert haben, machte Tadge klar: „Es fehlen tiefgreifende Folgerungen, wie wir den Brandschutz weiter optimieren können.“ Und weiter: „Es ist schade, so viel Geld ausgegeben zu haben für etwas, was uns nicht wesentlich weiterbringt.“ Koller kleidete dies in zurückhaltendere Worte: „Ob alle Erwartungen, die an diese Erhebung, geknüpft wurden, erfüllt worden sind, ist ein anderes Thema.“

Gundi Donjes (WIR) gab zu bedenken, „dass mit dem Ergebnis des Bedarfsplans selbst hiesige Feuerwehrleute nicht gerechnet hatten“.

Alle Redner stellten den in den hiesigen Feuerwehren tätigen Ehrenamtlichen ein gutes Zeugnis aus. „Diese leisten eine vorzügliche Arbeit“, sagte Koller. Die Bürger könnten sich auf diese Kräfte verlassen. Tadge richtete seinen Dank an die Ehrenamtlichen, die großes Engagement zeigten: „Unsere Wehren sind im Prinzip gut aufgestellt.“

von Stefan Rothe