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Stadthagen Stadt Kommt hier die neue Kita hin?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kommt hier die neue Kita hin?
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00:16 04.02.2017
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Stadthagen

Nachdem sich bereits im vergangenen Sommer deutlich abgezeichnet hat, dass die Stadt vor einem Betreuungsproblem steht, hatte Bürgermeister Oliver Theiß angekündigt, mögliche Standorte für einen Kita-Neubau prüfen zu lassen. Die Ergebnisse sind nun da und sollen am Donnerstag, 9. Februar, im Ausschuss für Kindergärten vorgestellt werden. Im Raum stehen Kosten von bis zu 2,6 Millionen Euro.

War Mitte 2016 noch von 44 fehlenden Plätzen die Rede, sind die Zahlen derweil weiter gestiegen – und das, obwohl im vergangenen Jahr bereits 77 Plätze im Kita-Bereich und 15 Plätze in Krippen geschaffen worden waren. Aktuellen Zahlen zufolge fehlen in den Kitas in Stadthagen 57 Betreuungsplätze. Im Krippenbereich sieht die Verwaltung einen Fehlbedarf von 26 Plätzen. Da nicht davon auszugehen sei, dass die Zahlen in Zukunft sinken werden, hält die Stadt kurzfristige Übergangslösungen für nicht zielführend. Zumal durch die Ausweisung weiterer familienfreundlicher Neubaugebiete von einer Erhöhung der Kinderzahlen ausgegangen wird. Außerdem ist der weitere Zuzug von Asylbewerbern noch nicht berücksichtigt. Derzeit besuchen 69 Flüchtlingskinder Kitas in Stadthagen.

Für die Errichtung einer neuen Kita werde eine Grundstücksfläche von mindestens 1800 Quadratmetern benötigt. Allerdings sollte die Fläche großzügig bemessen sein, um der schwer einzuschätzenden zukünftigen Entwicklung des Betreuungsbedarfes Rechnung tragen zu können. Bei einer Drei-Gruppen-Kita (zwei Kindergartengruppen, eine Krippengruppe) – wie sie aktuell von der Stadt vorgesehen ist – könnte Platz für insgesamt 50 Kindergarten- und 15 Krippenkinder geschaffen werden.

Die Kosten für das reine Bauwerk (Brutto-Grundfläche 800 Quadratmeter) lägen nach Schätzungen der Verwaltung bei 1,1 bis 1,35 Millionen Euro – abhängig von der Bauweise. Hinzukommen würden weitere Kosten für den Grundstückserwerb, die Erschließung (Kostenschätzungen zu diesen beiden Punkten liegen nicht vor), die Außenanlagen (rund 280.000 Euro), die Baunebenkosten (circa 380.000 Euro) und die Einrichtung (etwa 150 000 Euro).

Eine konkrete Aussage über mögliche Fördermittel sei derzeit nicht möglich, da das alte Förderprogramm überarbeitet werde. Sollte die Fördersumme pro Krippenplatz gleich bleiben, würde die Stadt 12.000 Euro pro neu geschaffenen Krippenplatz bekommen, insgesamt also 180.000 Euro.

Zur Lösung der räumlichen Probleme hat die Verwaltung untersucht, ob im Stadtgebiet vorhandene Räumlichkeiten kurzfristig angemietet werden können. Dies sei nicht der Fall, da es keine passenden Objekte gebe. Zudem werde eine nachhaltige Variante – ein Neubau – vorgezogen. Zudem stehen aus Verwaltungssicht derzeit auch keine geeigneten Objekte zur Verfügung. Insgesamt seien 17 Grundstücke überprüft und unter Berücksichtigung demografischer und standortrelevanter Aspekte verglichen worden. Am Ende sind sechs Flächen übrig geblieben, die unter folgenden Aspekten miteinander verglichen wurden: Standort, Größe, städtisches Eigentum, Baurecht vorhanden, erschlossen, Entwässerung gesichert, Anbindung Grünflächen, keine Nachbarschaftskonflikte und sofortige Verfügbarkeit.

Klarer Favorit: Im Holzwinkel

Die Verwaltung hat einen klaren Favoriten: eine 5900 Quadratmeter große Fläche in der Straße Im Holzwinkel. Für den Standort sprechen die fußläufige Verbindung zum Bahnhof und ÖPNV sowie die verkehrsgünstige Anbindung über die Straße Am Bahnhof. Durch die Lage könnte die Kita „Regenbogenhaus“ und „Zwergenland“ entlastet werden. Allerdings befindet sich das Grundstück nicht im Eigentum der Stadt und es gibt nur wenige Grünflächen.

Hingegen wäre die 2000 Quadratmeter große Fläche am Obstanger sofort verfügbar, da es sich um eine städtische Fläche handelt. Es gibt genügend Grünflächen und einen benachbarten Kinderspielplatz. Allerdings gestalte sich die verkehrliche Erschließung problematisch und es gebe bereits Beschwerden von Nachbarn über Lärm vom Spielplatz.

Stark frequentiert ist das Gebiet Am Helweg (7000 Quadratmeter), die Anbindung ist verkehrsgünstig und es gibt selbstständig geführte Fuß- und Radwege mit Anschluss an die Bornauaue. Gegen die Fläche spricht aber, dass ein Verkauf im Rahmen gewerblicher Nutzung vorgesehen ist.

Der Eigentümer des Grundstücks an der Lauenhäger Straße 6 (2200 Quadratmeter) sei bereit, zu verkaufen und Baurecht ist nicht vorhanden. Während die Nachbarschaft zu Wallanlagen als positiv bewertet wird, sieht die Verwaltung ein großes Minus, weil durch die verkehrsungünstige Anbindung der Bereich ein Unfallschwerpunkt sei.

Die Festlegung eines genauen Betreuungsangebotes, einer möglichen Trägerstruktur und detaillierte Planungsunterlagen sollen den Ausschussmitgliedern nach Klärung des Standortes unterbreitet werden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Foyer Ratssaal, Stadthagen.

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