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Konsumkritik mit Ohrwurm-Gefahr

Ratsgymnasium präsentiert Aldous Huxley Konsumkritik mit Ohrwurm-Gefahr

84 Jahre ist es her, als Aldous Huxley seinen Roman „Schöne neue Welt“ veröffentlicht hat. Wie aktuell die düstere Zukunftsvision des englischen Schriftstellers ist, hat die Musik-Theater-AG des Ratsgymnasiums am Montagabend eindrucksvoll gezeigt.

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ber

Quelle: Der „Wilde“ John bringt mit seinem Streben nach Individualität die auf „Identität, Kollektivität, Stabilität“ ausgerichtete Gesellschaft des 26. Jahrhunderts ins Wanken.

Stadthagen. Im 26. Jahrhundert lebt die Menschheit ohne Krieg, Krankheit und Elend. Stattdessen regiert eine sinnentleerte Spaßgesellschaft, die ganz auf Konsum ausgerichtet ist. Liebe und natürliche Fortpflanzung sind verboten, die Bibel gilt als pornographische Schrift. Nach dem Leitsatz „Identität, Kollektivität, Stabilität“ trägt jeder im Rahmen seiner ihm zugewiesenen Rolle dazu bei, dass das Rad der Produktion sich weiter dreht. Einzig John, Bernard und Helmholtz können den Verzicht auf Freiheit und Individualität nicht mehr ertragen und drohen die Stabilität zu gefährden...

Wie schon bei der grandiosen Inszenierung von „Der große Gatsby“ im Juli zeigen die Ratsgymnasiasten keine falsche Ehrfurcht vor einem der großen Romane des 20. Jahrhunderts. Handkamera-Sequenzen, Tanzeinlagen und Kampfszenen, dazu von den Schauspielern selbst gesungene, von einer Live-Band begleitete Lieder wie „Happy“ (Pharrell Williams), „The Drugs Don’t Work“ (The Verve) und „(Ting-A-Ling-Ling) Here Comes the Ice Cream Man“ (Rosemary Clooney), sorgen für einen kurzweiligen Theaterabend, der die existentielle Frage aufwirft: Was ist Glück: durch Konsum gesättigte Gleichförmigkeit oder die Unsicherheit individueller Freiheit?

Dabei spannt die Inszenierung geschickt den Bogen in die Gegenwart. Als der rebellierende John eine Welt voller Wahrheit und Leidenschaft, Liebe und Hass fordert, flimmern aktuelle Tagesschau-Nachrichten über Flüchtlinge, Terroranschläge, Armut und Krieg über die Leinwand. ber

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