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Kontrovers, aber auch „drumherum“

Stadthagen / Podium Kontrovers, aber auch „drumherum“

„Sehr informativ“, „Bisschen viel drumherum geredet“, „Hilfreich für die nächsten Wahlen“ oder „Kürzer wäre besser gewesen“ – so fanden Schüler die Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten des Wahlkreises Schaumburg im Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) Stadthagen. Die Politiker haben dabei am Donnerstagabend kontrovers über Bildungspolitik gesprochen.

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Wie sieht es mit den Studiengebühren in Niedersachsen aus? Die Schüler des WBG befeuern die Diskussion mit Fragen.

Quelle: kil

Stadthagen (kil). Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt: Abitur nach acht oder neun Jahren? IGS, Gymnasium – länger gemeinsam lernen oder nach der vierten Klasse trennen? Und die Frage nach der Abschaffung der Studiengebühren. Die Kandidaten mussten sich an diesem Abend vor einem sehr jungen Publikum beweisen, wobei sie teilweise dann doch in Wahlprogramme und Steuerdiskussionen abschweiften. Zu Gast waren Mike Schmidt (CDU), Karsten Becker (SPD), Maria Börger-Sukstorf (Grüne), Ralf Kirstan (FDP), Bernd Riensch (Piraten) und in Vertretung Christian Oberthür (Linke). Ein Einblick in die eineinhalbstündige Diskussion:

 Zuerst brachte der Moderator der Diskussion, Politiklehrer Holger Jordan, das Thema G8 auf den Tisch: Sollte man dem Wunsch vieler Eltern, wieder das Abitur nach neun Jahren einzuführen, Rechnung tragen?

 Während Oberthür sich dafür einsetzte, G8 wieder rückgängig zu machen, bezogen sich Kirstan und Schmidt auf positive Statistiken: Die Schülerleistungen hätten sich durch G8 nicht verschlechtert. Schmidt betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung, schnell junge Arbeitskräfte auszubilden, um im europäischen Wettbewerb mitzuhalten. An die „europäische Harmonisierung“ knüpfte auch Becker an, kritisierte aber, dass man den Lernstoff bei der Einführung von G8 nicht angepasst habe, woraufhin die Vertreterin der Grünen den dadurch entstandenen Freizeitmangel der Jugendlichen ansprach und dafür Applaus erntete. Die Piraten befürworteten ein „Nebeneinander“ von beiden Möglichkeiten: Abi nach acht und parallel nach neun Jahren.

 Zweites Thema: Studiengebühren. Linke, SPD und Grüne plädierten eher gegen die Gebühren. An bestimmten Stellen Geld sparen „und nach Notwendigkeiten einsetzen“, lautete Beckers Idee. Schmidt setzte dagegen: „Eine Abschaffung ist unsozial“, warum sollte die Friseurin mit Steuern den späteren Chefarzt mitfinanzieren. Becker konterte: Möglich sollte sein, dass auch die Kinder der Friseurin die Chance hätten, zu studieren.

 Zum Schluss stand die Frage: Ab wann sollten Schüler in unterschiedliche Schulformen aufgesplittet werden? Dabei entstand eine rege, aber auch schwammige Diskussion über Oberschule, Gesamtschule und Gymnasium und die Frage nach Chancengleichheit.

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