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Stadthagen Stadt Kreiskrankenhaus überlastet?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kreiskrankenhaus überlastet?
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00:16 23.03.2016
Patienten und Angestellte beklagen Missstände. Ein Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft bezeichnet die Vorwürfe als „Quatsch“. Quelle: Archiv
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Stadthagen

„Das ist Quatsch“, sagt Achim Rogge, Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft (KPG). Es sei normal, dass es immer mal wieder sogenannte „Flurbetten“ gäbe. Das liegt laut Rogge unter anderem daran, dass Patienten entlassen, aber noch nicht abgeholt wurden, während neue Patienten bereits angekommen seien. Kurzfristig könne es aufgrund von Koordinationsschwierigkeiten eben zu einem „gewissen Stau“ kommen. Andrer Ansicht sind die Verdi-Vertrauensleute Jan Walther und Jan Bergmann. „Es wird alles kompensiert“, erklärt Bergmann. Das Problem aus Sicht der Gewerkschafter: Nachdem in der Vergangenheit viele Verträge ausgelaufen und nicht mehr verlängert worden seien, müsse die gleiche Patientenzahl mit weniger Personal versorgt werden.

Auslastung liegt bei rund 85 Prozent

In Stadthagen liegt die Belegung nach Aussage von Nina Bernard, Pressesprecherin der KPG, momentan bei 84,14 Prozent. „Eine völlig normale Auslastung.“ Eine andere Rechnung macht Verdi-Vertrauensmann Bergmann auf. Bei einer durchschnittlichen Jahresauslastung von rund 85 Prozent müssten auch schwache Zeiten wie an Weihnachten mit lediglich halber Belegung bedacht werden. Das bedeute allerdings auch Phasen mit 130- bis 140-prozentiger Belegung.

Zudem sei das Ziel der Geschäftsführung sogar eine zehnprozentige Fallzahl Steigerung und mehr Scherkranke. Konkret bedeutet das laut Verdi-Vertrauensmann Walther: Mehr Patienten, kürzere Verweildauer, schwerere Krankheiten bei gleicher Personalstruktur, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Bergmann betont: „Mit kranken Menschen ist kein Gewinn zu machen.“

Für eine Überbelastung des Kreiskrankenhauses Stadthagen spricht auch ein Brief des Personalrates des Klinikums Schaumburg, der den SN zugespielt wurde. Darin werden Mitarbeiter aufgefordert, die Pflege und Behandlung von Patienten auf dem Flur anzuzeigen. In dem Schreiben heißt es: „Wir fordern euch dringend auf, Gefährdungsanzeigen zu schreiben, um Pflegedienstleistung und Geschäftsführung auf diese unhaltbare Situation aufmerksam zu machen.“

Tarifverhandlungen mit Verdi

Ein weiteres Problem laut Verdi-Gewerkschafter: Die Pläne, Krankenhaus-Mitarbeiter künftig in ein Tochterunternehmen des Agaplesion-Konzerns auszugliedern. Laut Rogge stehe man derzeit mit Verdi in Tarifverhandlungen. Vertrauensmann Walther sieht dennoch einen Nachteil: Obwohl Rogge zugesagt habe, dass niemand weniger verdienen werde, würden die Mitarbeiter, die in Agaplesion-Tochterunternehmen überführt würden, nur sehr begrenzt von Einkommenssteigerungen profitieren.

Die Umstrukturierungen im vergangenen Jahr, seit dem unter anderem in Rinteln nicht mehr operiert wird, haben nach Worten von Rogge keinesfalls zur Folge, dass Patienten von Rinteln in die Kreisstadt gebracht werden. Im Gegenteil sei die Behandlungsqualität gestiegen, seit sich die drei Standorte Stadthagen, Rinteln und Bückeburg auf bestimmte Bereiche fokussieren würden. Zumal es in der Chirurgie sogar eine Mindestmenge von Eingriffen gäbe, die in einem bestimmten Zeitraum an einem Krankenhaus durchgeführt werden müssen. Was wie der Klinikum-Chef erklärt, an den drei Standorten nie erfüllt werden konnte.

Seit Juli 2015 werden in Rinteln keine unfallchirurgischen Eingriffe mehr durchgeführt und auch die Fachrichtungen Kardiologie und Gastroenterologie wurden in die Kreisstadt verlegt. Neue Schwerpunkte in der Weserstadt sind seitdem die Geriatrie und Neurologie. tbh

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