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21:42 13.04.2014
Vilde Frang und Michail Lifits nehmen den begeisterten Schlussapplaus entgegen. han
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Mit der Auswahl der Werke hatte es sich das Duo nicht leicht gemacht. Es gibt populärere und auch leichter zu spielende Werke als die „Sonate für Klavier und Violine Nr. 6 A-Dur, op. 30/1“ von Ludwig van Beethoven. Dennoch verströmte das „Wunderstück“ (Frang) eine eigene Faszination. Die Melodik dieser Sonate ist nicht sehr klar und fassbar. Es gibt eine Fülle von Überraschungen. Klavier und Geige werden sehr gleichgewichtig behandelt. Die Struktur zu vermitteln, ohne die Perspektive zu verlieren, ist keine leichte Aufgabe.

Den beiden Musikern gelang es mit Bravour. Leicht und mühelos klang ihre makellose Darbietung. „Es ist leicht, das Stück misszuverstehen, wenn man die Balance zwischen Klavier und Geige nicht richtig hinbekommt“, beschrieb die norwegische Geigenvirtuosin die Herausforderung. Als geradezu „himmlisch“ bezeichnete die Interpretin den ruhigen, meditativen zweiten Satz. Ihrer Stradivari aus dem Jahr 1709 entlockte Frang wundervolle Farben. Zur Verfügung gestellt wurde ihr das Leihinstrument von einer japanischen Stiftung.

Lange Zeit scheute sich die Geigerin, die Komposition „Sonate für Violine und Klavier A-Dur“ von César Franck einzustudieren. Grund: Das Stück ist eines der meistgespielten Werke der Geigenliteratur. Doch inzwischen sei Frang fasziniert von dieser Musik. Es sei eine der violinistischsten Sonaten. Sowohl die Geige als auch das Klavier bekommen jede Menge Gelegenheit, ihr Bestes zu geben.

Hier lag die Schwierigkeit darin, dass Frang und Lifits bereits unzählige Versionen anderer Interpreten im Kopf hatten. „Man muss sein Gehirn reinwaschen“, lachte die Norwegerin. Außerdem sei es hilfreich, sich exakt an die Partitur zu halten. Die Herausforderung für sie bestünde darin, die Geige nicht zu spielen, sondern sie „singen“ zu lassen.

Mit frenetischem Applaus dankte das Publikum für den außergewöhnlichen Konzertabend. Das Duo bedankte sich mit der Zugabe „Estrellita“ des mexikanischen Komponisten Manuel María Ponce.