Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Kunsteisbahn kommt nicht

Zu wenig Zulauf Kunsteisbahn kommt nicht

In Stadthagen wird es keine Kunststoff-Eisbahn geben. Das hat der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe beschlossen. Die Begründung: Ein solches Angebot lasse sich nicht wirtschaftlich betreiben, außerdem könne sich die Stadt aufgrund der Finanzknappheit kein weiteres Zuschussgeschäft leisten.

Voriger Artikel
Altes Team im neuen Laden
Nächster Artikel
Das waren noch Zeiten!

Die Kunsteisbahn hat in der Kreisstadt zu wenig Anklang gefunden.

Quelle: Archiv

Stadthagen. Damit ist der Vorstoß von Bürgermeister Oliver Theiß beerdigt worden. Helmut Kirchhöfer, der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe, rechnete den Aufsichtsratsmitgliedern vor: Wenn man die Besucherzahl der zehntägigen Testphase im Oktober in der Festhalle auf eine zweimonatige Open Air-Wintersaison hochrechne, ergebe sich ein Zulauf von rund 4000 Gästen. Das wiederum würde angesichts der Betriebskosten vor allem für Personal einen jährlichen Zuschussbedarf von 25000 Euro bedeuten. Ganz abgesehen vom Anschaffungspreis von 160000 Euro für eine Anlage „in angemessener Größe und Qualität“, so Kirchhöfer.

10 000 Besucher wären erforderlich

Um eine „schwarze Null“ zu erreichen, wären 10 000 Besucher erforderlich, so der Geschäftsführer. Selbst auf der Bahn mit echtem Eis waren im letzten Betriebsjahr 2010 nur noch 5000 Besucher gekommen. Kirchhöfer: „Es ist also schwer vorstellbar, dass wir auf 10 000 Besucher kommen – die Anlage wäre also nicht wirtschaftlich zu betreiben.“ Als Grund für das zu geringe Interesse vermutet der Experte: „Kunststoff wird nicht als vollwertiges Eis angesehen.“

Theiß, der die Initiative für die Kunststoff-Eisbahn ergriffen und dafür auch Bedarf gesehen hatte, zeigte sich enttäuscht: „Ich bedauere es, ich hätte mir das sehr gewünscht.“ Aber: „Das Interesse in der Testphase war einfach zu gering, wir sind weit entfernt von den Besucherzahlen, die wir bräuchten, damit es sich rechnet.“ Und eine weitere Kostenbelastung für die Stadt zu schaffen, wäre unverantwortlich. „Man muss also realistisch sein“, sagte Theiß, der als Aufsichtsratsvorsitzender deshalb auch gegen die Anschaffung der Kunststoff-Eisbahn stimmte.

Kein Eisbahn-Feeling

Jan-Philipp Beck (SPD) kommentierte, dass „die Vermutung des Bürgermeisters sich nicht bestätigt hat, dass sich so etwas hier wirtschaftlich betreiben lässt“. Offenbar komme bei Kunststoff „nicht das richtige Eisbahn-Feeling auf“. Die SPD trage das Nein zur Anschaffung mit. Das gilt auch für die CDU, wie Aufsichtsratsmitglied Gunter Feuerbach bestätigte: „Eine Kunststoff-Eisbahn wäre kein Angebotsgewinn für Stadthagen.“ Eine solche Einrichtung würde sich nicht rechnen, „und einen Zuschussbetrieb können wir uns im Moment überhaupt nicht leisten“. ssr

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Nachnutzungsmöglichkeit für ehemaligen Schlittschuhpark gesucht

Ist das Drehen von Pirouetten auf dem Eis in Stadthagen bald wieder möglich?

mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr