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Kunststoffeisbahn wird getestet

Klackern auf Kufen Kunststoffeisbahn wird getestet

Statt des typischen Kratzens von Kufen auf dem Eis ist es mehr ein Klackern, das von der Kunststoff-Eisbahn in den Eingangsbereich dringt. Außerdem ist es  sehr warm in der Halle. Der erste Eindruck der Kunsteisbahn in der Stadthäger Festhalle hat wenig mit einer richtigen Eislaufbahn gemein.

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Etwas wacklig bewegen sich die Besucher auf der 200 Quadratmeter großen Kunststoff-Eisbahn, die gestern in der Festhalle eröffnet wurde. Bis zum 20. Oktober soll getestet werden, ob das Angebot gut angenommen wird.

Quelle: rg

Stadthagen. Statt Tee oder Kakao schlürfen die Kinder eisige Slushies und die Schlittschuhläufer haben alle schnell die Jacken ausgezogen. Gestern hat die zehntägige Testphase für die Kunsteisbahn begonnen. Sollte diese gut angenommen werden, kann sich Bürgermeister Oliver Theiß den Kauf einer solchen Bahn vorstellen.

Und was sagen nun die Nutzer der ersten Stunde? Bei vielen herrscht Enttäuschung über die Größe der Bahn, die zehn mal 20 Meter groß ist. „Ich hatte mir ein bisschen mehr davon versprochen, zumindest dachte ich, dass die komplette Festhalle zum Laufen umfunktioniert worden wäre“, wundert sich Petra Hagemeier, die vier Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren begleitet. Nach einer Stunde hat die vier schon die Lust verlassen. „Zu rutschig“, so das einhellige Urteil der Heranwachsenden. „Das Angebot ist eher etwas für Jüngere“, urteilt Hagemeier.

Merlin hat Spaß

So wie für den achtjährigen Merlin, der nach einer Stunde nassgeschwitzt von der Bahn kommt. Seine Großeltern Roswitha und Wolfgang Fritsch sind mit ihm aus Porta Westfalica nach Stadthagen gekommen, um das neue Angebot bei freiem Eintritt auszuprobieren. „Die Kinder haben ihren Spaß, aber mir ist die Bahn zu klein, ich verzichte heute“, sagt Opa Fritsch.

Nachdem ihre Oma ihr von der Bahn erzählt hatte, musste Sophie (9) ihren Papa gar nicht lange überreden, dass er mit ihr Schlittschuhlaufen geht. Doch während sie ihren Spaß hat, hat Martin Hansen schnell aufgegeben: „Hier rutscht man einfach zu schnell weg und kommt nicht gut voran.“ Sophie drückt es weniger diplomatisch aus: „Papa hat es nicht hingekriegt.“

Am Eingang steht eine Meinungs-Box, in der alle Besucher ein Kärtchen für „gut“ oder „nicht gut“ einwerfen können. Dies soll am Ende bei der Entscheidungsfindung helfen. Hansen ist zwiegespalten. „Aus ökonomischen Gesichtspunkten ist es eine klasse Sache, funktioniert nur leider nicht.“ Tatsächlich sollen im Gegensatz zu einer in der Unterhaltung teuren Natur- Eisbahn so gut wie keine Betriebskosten anfallen, hatte Bürgermeister Theiß für die Alternative geworben. Für Hansen steht indes fest, dass er in der Testphase nicht noch mal wiederkommen wird. Denn für drei Euro Eintritt könne man auch nach Lauenau fahren.

Dieser Meinung sind auch Petra Manegold-Nerge und ihre beiden Töchter, die mit ihrer Freundin in die Festhalle gekommen sind. „Auf Eis kann man einfach schneller fahren und hier kommt auch nicht so die richtige Stimmung auf, dafür ist es zu warm“, sagt die 14-jährige Angelina.

70 Besucher in einer Stunde

Benjamin Kloß kann der Kunstbahn aber immerhin etwas Positives abgewinnen: „Man bekommt keinen nassen Hintern.“ Und bevor man sich auf den Weg nach Lauenau mache, könne man das hier ruhig mal ausprobieren. Für seine Kinder Sven-Sören (6) und Pia-Sophie (8) ist es das erste Mal auf Schlittschuhen. Nach ersten wackligen Minuten laufen sie sogar ohne elterliche Unterstützung.  Hallenmanager Jörg Beinßen ist indes zufrieden mit der Resonanz am ersten Tag. Nach einer Stunde seien bereits 70 Besucher da gewesen.

Sein Kollege Heinz Wischhöfer und er haben gut zu tun mit dem Ausleihen der Schlittschuhe und dem Schleifen der Kufen. Allerdings sind nach einer Stunde auch viele Zettel in der Box, die zeigen, dass die Gäste das Angebot „nicht gut“ finden. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Anschaffungskosten in Höhe von mindestens 100 000 Euro gerechtfertigt wären.

Die Testphase dauert noch bis zum 20. Oktober. Geöffnet ist täglich von 14 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro (für Kinder bis 16 Jahre 1,50 Euro). Schlittschuhe können für drei Euro ausgeliehen werden. col

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