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Stadthagen Stadt Zehntscheune: Kurator wehrt sich
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zehntscheune: Kurator wehrt sich
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00:17 26.02.2016
Quelle: Archivfoto
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Stadthagen

Das Problem: Ohne Geld gibt es auch keine Veranstaltungen. Wie bereits im vergangenen Jahr muss Davar muss nun in Vorleistung treten. Der Vorschlag von SPD/Grünen und CDU, finanzielle Mittel für einzelne Veranstaltungen spontan bereitzustellen, sei wenig hilfreich. „Wenn ich das Geld schon habe, kann ich anderes planen, als wenn ich es auslege und nicht weiß, ob ich es wieder bekomme“, betont Davar.

Der Kurator arbeitet ehrenamtlich. Doch für Organisation, Einladungskarten, Plakate, Werbung, Versicherungen und mehr fielen Kosten an. 2015 hatte Davar nachträglich 4500 Euro für die Zehntscheune erhalten. Trotz der Widrigkeiten hält er an seinem Vorhaben fest, die Zehntscheune in einen „in Schaumburg einzigartigen Kulturort“ zu verwandeln. Die bisherige Zusammenarbeit mit Stadt, Fachbereichen und Bürgermeister sei „sehr gut“ gewesen.

Auch den zweiten Einwand der Politiker – es herrsche Unklarheit über den angestrebten Verein und die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Kulturvereinen – kann Davar nicht nachvollziehen. Er habe klargestellt, dass man mit den bestehenden Vereinen im Gespräch sei. Der neue Verein solle sich ausschließlich um die Zehntscheune kümmern. Andere Vereine würden deshalb aber nicht ausgeschlossen.

„Die Politik muss entscheiden, ob sie sich die Zehntscheune leisten kann oder nicht“

Einnahmen oder sogar Gewinn zu erzielen, ist nach Meinung von Davar nicht möglich: „Wir können froh sein, wenn wir eine schwarze Null haben. Letztlich muss sich die Politik entscheiden, ob sie sich die Zehntscheune leisten kann oder nicht.“

Um Einnahmen zu generieren, müsste die Zehntscheune auch für private Veranstaltungen vermietet werden. Im jetzigen Zustand sei das aber nicht möglich.

Weiterer Streitpunkt: Die Schaumburger Künstler um Frieder Korff und Marion Wilke haben dieses Jahr „Hausverbot“ in der Zehntscheune. Die in den vergangenen Jahren laut Korff gut besuchten „Ansichtssachen“ passen offenbar nicht ins neue Konzept. Für Korff und seine Mitstreiter ein herber Schlag. „Wir haben das Haus schließlich auch interessant gemacht“, sagt Korff. Wilke zeigt Verständnis: „Man kann nicht verlangen, dass man immer ausstellt.“ Sie hätte sich allerdings mehr Transparenz bei der Planung gewünscht.

Davar begründet den Schritt mit einer geänderten Ausrichtung. Es gehe nicht nur darum, Ausstellungen zu organisieren, sondern vielmehr darum, „das Ganze mit Leben zu füllen und eine einzigartige Mischung aus Kunst, Kultur und Geschichte zu schaffen“. Dazu gehöre auch, das Spektrum zu erweitern. Es sei schwierig, anderen Künstlern zu vermitteln, dass sie anstehen müssten, wenn eine bestimmte andere Gruppe ein „Recht auf Dauerausstellung“ habe. tbh

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