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Stadthagen Stadt Kurden-Demo auf dem Marktplatz
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kurden-Demo auf dem Marktplatz
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00:19 10.02.2018
Auch in Frankfurt am Main haben mehrere hundert Kurden gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien proptestiert. Quelle: dpa
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Stadthagen

Die Demonstration angemeldet hat Selma Donma. Die 38-Jährige bezeichnet sich selber als kurdische Jesidin. Sie lebt seit 30 Jahren in Deutschland und kümmert sich ehrenamtlich um kurdische Flüchtlinge.

„Wir sind gegen Krieg“, sagt Donma. Mit der Demo wolle sie mit ihren Mitstreitern ein Zeichen für Frieden setzen. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Menschenrechte und Solidarität für die Kurden“. Sie erwartet 500 Teilnehmer.

Auftakt ist auf dem Marktplatz. Dort soll es nach Angaben des Landkreises, bei dem die Demonstration angemeldet und genehmigt werden muss, Musik und Ansprachen geben. Ab 16.45 Uhr soll sich der Protestzug in Bewegung setzen. Es geht über die Obernstraße in die Enge Straße und wieder zurück auf den Marktplatz. Dort steigt dann die Abschlusskundgebung.

Keine Hinweise auf Störer

Bei einer prognostizierten Teilnehmerzahl von 500 muss die Organisatorin allein 25 Ordner stellen. Hinzu kommen nach Angaben von Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises, noch die Polizeikräfte. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden und ob die Bereitschaftspolizei aus Hannover hinzugerufen wird, beraten die Einsatzleiter derzeit. Nach Angaben des Landkreises gibt es derzeit keine Hinweise auf mögliche Störer. Dennoch: „Die Kundgebung ist selbstverständlich hochpolitisch“, weiß auch Heimann um die Brisanz.

Wie groß der Protest am Freitag tatsächlich wird, ist – wie bei allen Demos – nur eine Prognose. Das könnten am Ende deutlich mehr, aber auch deutlich weniger sein, sagt Heimann. Umso schwieriger macht das die Lagebewertung der Polizei.

Mit Blick auf die gewaltsamen Ausschreitungen am Flughafen Hannover und die Zwischenfälle bei der Demo am Wochenende in Salzgitter betont Donma: „Ich wünsche mir ein friedliches Zeichen.“ Sie habe mit kurdischen Flüchtlingen gesprochen und sie sensibilisiert, dass sie mögliche Gegendemonstranten – also Erdogan-Anhänger – nicht provozieren sollen. „Aber umgekehrt auch nicht auf mögliche Provokationen eingehen“, sagt die Stadthägerin. Immerhin kennen sie Veranstaltungen wie diese nicht.

15 Familienmitglierder gestorben

Und die Lage unter den Kurden in Stadthagen sei durchaus angespannt. Nach Angaben der 38-Jährigen hat ihr ein syrischer Flüchtling in Stadthagen berichtet, dass in der vergangenen Woche bei einem Angriff der türkischen Truppen 15 seiner Familienmitglieder gestorben seien. „Wir wollen, dass die Welt die Augen öffnet. Jeden Tag sterben Zivilisten“, sagt Donma.

Auf den Termin hat die Veranstalterin über soziale Medien aufmerksam gemacht. Angemeldet haben sich auch Vertreter der Linken. Auch die alevitische Gemeinde soll zugegen sein. Beide sollen bei der Kundgebung zu Wort kommen. vin

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