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Stadthagen Stadt Ländliche Heimat attraktiver gestalten
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ländliche Heimat attraktiver gestalten
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00:37 19.10.2014
Harald Schandry (rechts) moderiert die Podiumsdiskussion, an der sich unter anderem Heike Fliess (Mitte) und Bernd Lynack beteiligen. Quelle: mak
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Von Martina Koch

Stadthagen.  Moderiert wurde die Podiumsdiskussion im Saal der Alten Polizei von Harald Schandry vom Kindertheaterhaus Hannover. Karsten Becker (SPD) stellte während seines Grußwortes bereits die Frage in den Raum: „Wozu brauchen wir noch Soziokultur, wenn Schaumburg bereits jetzt eine unverkennbare Breite an kultureller Qualität aufweist?“ Als Beispiel nannte Becker zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, die regelmäßig Besucher in den Kaminsaal des Schlosses Stadthagen oder in den Bückeburger Rathaus-Saal locken.

Becker beantwortete die Frage selbst: Da die Gesellschaft sich aufgrund von Demografie verändere, müsse neben bereits vorhandenen Dingen Neues geschaffen werden. Und diese Dinge müssten mit Leben gefüllt werden, damit vor allem aus den ländlichen Gegenden wieder beliebte Zuzugsorte für junge Menschen werden. Eine Arbeit, die die Alte Polizei bereits seit Jahrzehnten erfolgreich anschiebe, wie Becker ergänzte.

Zustimmung erfuhr der Politiker dabei von Bernd Lynack, dem kulturpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Ohne Soziokultur haben wir nichts Wirksames gegen Urbanisierung und Demografie in der Hand“, unterstrich Lynack die Bedeutung des Diskussionsgegenstandes. Damit junge Menschen nach Studium oder Ausbildung in der Großstadt wieder in die ländliche Heimat zurückziehen, müsse sich außerdem eine Willkommenskultur etablieren. Nur so könnten die jungen Menschen eine Bindung zu ihrer Heimat entwickeln, ergänzte Lynack.

Stimmen aus dem Publikum zeigten jedoch ernsthafte Bedenken in Sachen Soziokultur, was die Vereine in Schaumburg betrifft. Da der Nachwuchs aufgrund von Arbeitsauslastungen ausbleibe, brächen bei vielen Vereinen nach und nach die Vorstände weg. Wenn das so bleibe, sei es in soziokultureller Hinsicht zumindest um die Vereine schlecht bestellt – selbst, wenn die jungen Menschen wieder in Richtung Heimat zögen.

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