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Längere Wege und Wartezeiten

Medizinische Versorgung in der Kreisstadt Längere Wege und Wartezeiten

Ein wichtiger medizinischer Versorgungspunkt in Stadthagen droht verloren zu gehen: die kassenärztliche Bereitschaftspraxis an der Bahnhofstraße neben der Bären-Apotheke.

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Die Bereitschaftspraxis an der Bahnhofstraße soll geschlossen werden.

Quelle: vr

Stadthagen. Im neuen Klinikum in Vehlen soll dafür eine Bereitschaftspraxis für den ganzen Landkreis entstehen. Dies sehen Bereitschaftsärzte und Seniorenvertreter mit Sorge, vor allem, weil auch die Bereitschaftsbezirke für den fahrenden Dienst auf einen einzigen zusammengelegt werden sollen.

Es ist nachts, die Bauchschmerzen werden nicht besser, der Hausarzt ist nicht zu erreichen. Was tun? Wenn die Situation nicht lebensbedrohlich aber schwer erträglich ist, versucht man am besten einen Bereitschaft habenden Arzt zu erreichen. Die richtige Telefonnummer hierzu lautet seit einigen Jahren bundesweit einheitlich 116117 und wurde eingerichtet von der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese ist für einen funktionierenden Bereitschaftsdienst zuständig. Über die Nummer erreicht der geplagte Patient eine Zentrale, wo ein Rettungssanitäter oder eine andere erfahrene Kraft die Adresse des Patienten notiert, sich die Beschwerden schildern lässt und den Bereitschaft habenden Arzt informiert.

Wer die 116117 wählt, wird über eine Stimme vom Band aufgefordert, die Postleitzahl seines Aufenthaltsortes einzugeben. Das System erkennt darüber, welche Zentrale zuständig ist; für Schaumburg ist es das DRK in Springe. Von dort wird ein Bereitschaftsarzt informiert. Vier Bereitschaftsbezirke, in denen jeweils ein Arzt unterwegs ist, gibt es derzeit in Schaumburg.

Zum Hausbesuch eines Mediziners gibt es in Stadthagen außerdem eine Alternative. An der Bahnhofstraße neben der Bären-Apotheke ist eine Bereitschaftspraxis eingerichtet. Diese ist sonnabends und sonntags und an Feiertagen ab 10 Uhr und ab 17 geöffnet. Allerdings ist dort nicht dauernd ein Arzt anwesend. Nur nach telefonischer Rücksprache (116117) kann man sich in der Praxis einfinden.

Um den Bestand der Bereitschaftspraxis sorgt sich der Stadthäger Hausarzt Ulrich Melz, der des öfteren Bereitschaftsdienst leistet. In den Räumen können Bereitschaftsärzte auch an Werktagen, wenn sie zu viele Hausbesuche haben, Patienten, bei denen das zu rechtfertigen ist, einbestellen. Nach Kenntnis von Melz will die Kassenärztliche Vereinigung diese Notdienst-Praxis mit Start des Gesamtklinikums in Vehlen schließen, beziehungsweise dorthin verlagern.  „Wer nicht mobil ist, hat dann ein Problem“, sagt Melz, „denn er muss irgendwie nach Vehlen kommen und kann nicht mehr fußläufig oder mit dem Fahrrad in die Notdienst-Praxis an der Bahnhofstraße kommen.“  Kritisch sieht Melz auch die Zentralisierung des Bereitschaftsdienstes in Schaumburg auf nur noch einen Bezirk. „Das wird für den Notdienst ein stark erhöhtes Patientenaufkommen nach sich ziehen und kann mit langen Wartezeiten von bis zu sechs, sieben Stunden verbunden sein“, befürchtet Melz.  

„Das wäre von Nachteil für ältere Leute hier, das sehe ich als problematisch an“, sagt Karl Heinz Hansing, Vorsitzender des Stadthäger Seniorenbeirates, zur drohenden Schließung der Bereitschaftspraxis. Diese stelle „eine sinnvolle Einrichtung für nicht mehr so mobile Menschen“ dar, so Hansing: „Unser Beirat ist auf jeden Fall dafür, dass diese Praxis hier in Stadthagen bleibt.“  ssr, sk

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