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LandArt-Festival lockt Hunderte

Hölzerner Spielmann als Star LandArt-Festival lockt Hunderte

Zwei Tage volles Haus – oder besser voller Wald – können das Projekt Probsthagen und der Verein „Tuwat“ für ihr LandArt-Festival verbuchen. Hunderte Gäste zog es am Wochenende zum Bruchhof vor den Toren Stadthagens.

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Keine Berührungsängste: Herta Gothe nimmt neben dem stummen Spielmann Platz.

Quelle: sk

Stadthagen. In und mit der Natur haben Künstler, zumeist Autodidakten, in der vergangenen Woche das Skulpturen-Ensemble in der Waldidylle am Bruchhof vergrößert. Da ist der schräge abgesägte Baumstumpf, dessen Konturen einem Schmetterling ähneln. Ein Ast als Körper zwischen zwei Stumpfflächen geklemmt, ein bisschen Farbe für die „Flügel“ – und die Illusion eines aufsteigenden Falters ist perfekt. Aus dem Baumstumpf ragende Äste haben Blütenblätter aus bemalter Borke und Moos erhalten. Es blüht rund um das hübsche „Insekt“.

Das durch Phantasie entstandene Ensemble begeisterte die Stadthägerin Herta Gothe, die selbst gern malt und die sich ein paar Schritte neben dem „Schmetterling“ in eine Installation hineinsetzte. Zwei hölzerne Gesellen aus geschnittenen Baumteilen hat der Künstler auf einer Bank aus einem quer liegenden Baumstamm platziert. Daneben hat er auch Raum gelassen, damit sich die Besucher dazusetzen können. Nicht wenige Gäste nahmen die Gelegenheit wahr und ließen sich mit den stummen Banknachbarn ablichten. Und so mancher LandArt-Besucher legte dem hölzernen Spielmann ein paar Cent-Münzen auf ein Brett. Geklaut wurde nichts.

Nicht nur grobe Holzzuschnitte faszinierten die Besucher, die allein oder in Grüppchen die verschlungenen Waldwege entlangschlenderten und jeweils bei der nächsten Skulptur oder Installation haltmachten. „Das sieht cool aus“, kommentierte ein Junge ein Boot aus Zweigen in Realgröße, besetzt mit einem ebenso gefertigten Ruderer. In der Dämmerung mag die dargestellte Szene eher gespenstisch wirken, zumal zwei rote Grablichter im Boot leuchteten.

Abbilder nach der Natur sind eine Skulpturenvariante der Ausstellung. Andere Werke sind abstrakt gestaltet. „Sieht aus, als könnte man sich dahinsetzen“, sinnierte ein Vater, der mit seiner Familie vor einem Rondell stand, flach und etwa drei Meter im Durchmesser. Geglättete Lehmflächen waren zu sehen. „Noch nass“, verkündete die Tochter nach vorsichtiger Fingerprobe. Also lieber nicht hinsetzen. Die Mutter brachten schräg und nebeneinanderstehende ovale Flächen im Rund auf eine andere Idee. „Das könnte auch ein Alien sein.“ Die Frau sah in den Ovalen riesige Augen.

Andere Installationen zogen sich viele Meter durch den Wald, und die Gäste mussten eine bestimmte Position einnehmen, um dem Verlauf des Kunstwerks mit dem Blick zu folgen. Leuchtkörper zeigten an, dass der Zauber vieler Kunstwerke erst in der Dämmerung richtig wirken konnte.

Am Sonnabendabend schmälert sich darum die Besuchermenge auch nach 21 Uhr nicht. Sonntag kam es in der ansonsten ruhigen und eher meditativen LandArt-Ausstellung kurzzeitig zu Lärmentwicklung, allerdings zu harmonischer und vielbeklatschter. Eine Brassband aus dem Hannoverschen Stadtteil Linden haute mächtig auf die Pauke.  sk

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