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Landkreis soll aktiver bei der Windenergie werden

Landkreis / EEG Landkreis soll aktiver bei der Windenergie werden

 Gut 30 Teilnehmer, darunter viele Landwirte, interessierte das Thema „Windenergie und Naturschutz“, zu dem der Arbeitskreis „BürgerEnergiewende Schaumburg“ in die „Alte Polizei“ in Stadthagen eingeladen hatte.

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Windräder in Probsthagen.   pr.

Stadthagen. Hauptthema war die Vorstellung der Naturschutzfachlichen Bewertungsgrundlagen für die Windenergienutzung, die die Leiterin des Amtes für Naturschutz, Martina In einer Pressemitteilung des Arbeitskreises heißt es weiter: „Diese Karte stellt eine wichtige Abwägungsgrundlage für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen im Landkreis Schaumburg dar. In ihr sind alle vorhandenen Informationen über bestehende Natur- und Landschaftsschutzgebiete und sonstige Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege wie zum Beispiel Waldflächen, Feuchtgebiete und ähnliches zusammengefasst, soweit sie durch Verordnungen, im Regionalen Raumordnungsprogramm oder im Landschaftsrahmenplan ausgewiesen sind.Diese Gebiete sind hinsichtlich einer Inanspruchnahme durch Windenergieanlagen in drei Kategorien bewertet. Im „Ausschlussbereich 1“ sind solche Anlagen generell ausgeschlossen. Im „Ausschlussbereich 2“ sind sie in der Regel ebenfalls ausgeschlossen, in begründeten Fällen jedoch im Einzelfall möglich. In sogenannten „Restriktionsbereichen“ sind ebenfalls Belange von Natur- und Landschaftsschutz betroffen, die berücksichtigt werden müssen. Eine Nutzung für Windenergie ist hier aber eher möglich.
Zu den im engeren Sinne geschützten Flächen sind meist noch Abstandsflächen von 200 bis 1000 Metern dargestellt. Engelking betonte, dass ihr Amt dabei in einigen Fällen zugunsten der Windenergie die vorliegenden Abstandsempfehlungen nicht voll ausgeschöpft habe.
In allen anderen Bereichen, in der Karte als „Suchbereiche“ gekennzeichnet, stehen Belange des Natur- und Landschaftsschutzes der Windenergienutzung nicht entgegen. Allerdings müssen auch in diesen „Suchbereichen“ jeweils vor Ausweisung von Vorranggebieten oder Genehmigung von Anlagen zusätzlich Einzeluntersuchungen über das Vorkommen geschützter Tierarten wie z. B. Fledermäuse, Rotmilane und anderer bedrohter Vögel durchgeführt werden, die je nach Ergebnis zum Ausschluss für Windenergieanlagen führen können.
In der darauf folgenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass in der Karte nicht die erforderlichen Abstandsflächen zur Wohnbebauung aufgenommen sind. Nimmt man diese hinzu, dann reduzieren sich die für die Windenergienutzung geeigneten Flächen auf nur noch ein bis zwei Prozent der Kreisfläche. Diese Flächen liegen überwiegend im Nordteil des Kreises. Und wie viel von diesen Flächen tatsächlich dann genutzt werden kann, dass liegt zur Zeit sehr stark am Ausgang der Verfahren zur Änderung von Flächennutzungsplänen in den Gemeinden, in denen von Bürgerinitiativen vielfach weitaus größere Abstände gefordert werden, als sie zum Schutz vor Lärm oder optischer Bedrängung erforderlich wären. Und das macht jede Samtgemeinde für sich und jede naturschutzfachliche Abwägung geschieht ebenfalls im Einzelfall, ohne dass irgendeine Stelle einen Überblick hat, was dabei auf das gesamte Kreisgebiet herauskommt.
Manfred Görg als einer der Koordinatoren des Arbeitskreises hatte eingangs auf das vom Kreistag im Dezember letzten Jahres beschlossene Klimaschutzkonzept hingewiesen, das bis etwa 2030 eine weitgehend vollständige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien anstrebt. Damit stehe Schaumburg übrigens nicht alleine da. Im Gegenteil droht Schaumburg eher bei der Energiewende zurückzubleiben. Für die Erreichung dieses Ziel hat die Windenergie eine große Bedeutung. Gut zwei Drittel des Strombedarfs in 2030 wird aus Windenergie kommen müssen. Der Rest zu etwa gleichen Teilen aus Photovoltaik und Biogas. Dafür sind zwischen 80 und 120 Windenergieanlagen im Leistungsgereich von 2,3 bis 3,0 Megawatt erforderlich, für die Standorte gefunden werden müssen. Das können zeilweise Standorte der bisher vorhandenen 46 Anlagen sein. Dann spricht man von Repowering. Nicht jeder der Standorte dieser meist sehr kleinen Anlagen eignet sich jedoch dafür.
Görg äußerte zum Abschluss mit großer Zustimmung der Anwesenden seine Besorgnis, dass ohne ein größeres Engagement des Landkreises für die Windenergie im Rahmen der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts und der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms die Energiewende in Schaumburg in einem wesentlichen Bereich scheitern könnte. Dies würde auch die möglichen positiven Effekte zur regionalen Wertschöpfung blockieren.“

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