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Stadthagen Stadt Lange Schleife kurz vorm Ziel
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Lange Schleife kurz vorm Ziel
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00:16 24.09.2016
Hier ist noch keine Durchkommen: Auf Höhe der Einmündung Heuerßer Straße bis hinauf zur Straße An der Bergkette ist die Straße noch nicht fertiggestellt. Quelle: sk
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Stadthagen/Reinsen

Über Nachteile für seinen Betrieb, über Mühsal und als Krönung ein Verwarngeld ärgert sich Norbert Fritsch, der an der Heuerßer Straße einen Autoservice betreibt. Irgendwann reicht’s. Seit drei Jahren sind der Kfz-Betrieb von Fritsch und seine Kunden von Umleitungen aufgrund von Baustellen betroffen, die das Erreichen der Werkstatt erschweren. Diese liegt eigentlich gut erreichbar direkt an der sanierten Heuerßer Straße.

Ein Hinkommen ist trotzdem kompliziert und nur über Umwege, sprich Umleitungen möglich – seit Jahren. Derzeit können Kunden aus Richtung Bad Nenndorf nicht von der B65 links Richtung Heuerßer Straße abbiegen. Die Bundesstraße ist in dem Bereich Richtung Stadthagen gesperrt. Über Beckedorf und Kobbensen müssen Autofahrer ausweichen, um zur Werkstatt zu kommen.

Baustellen behindern seit Jahren

Dramatischer ist die Lage für Kunden, die aus Richtung Rodenberg und Reinsdorf über den Berg kommen. Etwa 600 Meter vor Einmündung der Heuerßer Straße auf die Rodenberger Straße ist die Straße nach wie vor aufgerissen. Obwohl das Ziel zum Greifen nah ist, müssen Kunden der Anrainerbetriebe über die Straße An der Bergkette ausweichen und einen acht Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen, um schließlich vom Westen her in die Heuerßer Straße einzubiegen. Für Fritsch ist die Situation schlimm – vor allem, weil Baustellen seit Jahren sein Erreichen behindern.

Fritsch: „Bis zum Abwinken müssen Umwege gefahren werden.“ Der Mechatroniker hat viele Kunden aus Reinsdorf und Rodenberg. Aber nun: „Es kommt keiner mehr über den Berg.“ Fritsch ist zudem selbst betroffen, reist täglich aus Bad Münder an.

Passierschein nur für zwei Firmenwagen

Zwar gibt es eine Möglichkeit, den langen Umweg über die Bergkette zu vermeiden, und zwar über die Straßen Reinebuld und Im Winkel. Um die Wohnstraßen vor hoher Verkehrsbelastung zu schützen, gilt allerdings für beide eine Anliegerregelung. Dafür gibt es eine Ausnahme: Fritsch hat von der Stadt einen Passierschein ausgestellt bekommen, allerdings nur für seine zwei Firmenwagen im Rahmen der Arbeitszeiten und nur für Wege zu Kunden – nicht für seine tägliche Anfahrt vom Wohnort zur Firma. Außerdem gilt der Schein nicht für die Autos seiner fünf Mitarbeiter. Fritsch wünscht sich wenigsten für diese weitere Passierscheine.

Dass er, Fritsch, am 30. August um 7 Uhr das Auto einer Kundin zur Reparatur abgeholt und durch die Anliegerstraße Im Winkel gefahren hat, wurde der Kundin jetzt zum Verhängnis. Als Halterin des Wagens erhielt sie die Aufforderung, ein Verwarngeld zu bezahlen, 20 Euro. Die Kosten werde er selbstverständlich übernehmen, so Fritsch. Er ärgert sich aber sehr über diesen Vorfall – zusätzlich zum Unmut über die seit Jahren nervenden Umleitungssituationen.

Im Laufe des Jahres hätten die Umleitungen „sehr viel Nerven gekostet“, sagt auch Nicolaus von Schöning, zu dessen Rittergut bei diversen Veranstaltungen Tausende Besucher kommen – über die Heuerßer Straße.

Zumindest die aktuelle Situation könnte laut Markus Brockmann, Leiter der Landesverkehrsbehörde in Hameln, in absehbarer Zeit ein Ende haben. Im Oktober soll der bezeichnete Abschnitt der Rodenberger Straße zwischen Einmündung der Straße An der Bergkette und der Heuerßer Straße fertiggestellt sein. Und dann sind die acht Kilometer Umweg passé. sk

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