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Langfristig oder langatmig?

Kaum Konkretes bsi Netzwerk für Jugendarbeit Langfristig oder langatmig?

Vor genau drei Jahren hat sich das sogenannte CTC-Netzwerk in Stadthagen gegründet. Seitdem ist es still geworden um das Netzwerk.

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STADTHAGEN. . Unter anderem besteht das Netzwerk aus Vertretern von Jugendhilfe, Polizei, Jugendgericht, Familienzentrum, Schulen und Kindergärten. Ziel sind „langfristig gute Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen“. So hat es damals Jugendpfleger und CTC-Koordinator Ralf Cordes beschrieben.
Ergebnisse haben Cordes und seine Mitstreiter bislang noch nicht präsentiert. Auf SN-Nachfrage erklärt der Koordinator, dass man eine „klare Linie“ offenbaren wolle, und das geschehe „Zug um Zug“. Bisher seien Profile erarbeitet und analysiert worden. Der Prozess gehe tief und basiere stets auf den wissenschaftlichen Grundlagen, die vom Landespräventionsrat Niedersachsen vorgegeben sind. Das nehme Zeit in Anspruch. Konkret habe es beispielsweise Schülerbefragungen an den Schulen gegeben, um herauszufinden, wo die Grundprobleme liegen.
Auch ein Projekt im Familienzentrum sei bereits umgesetzt worden. Dort werden Kurse für Eltern angeboten, die Schwierigkeiten im Alltag mit den Kindern und dem Tagesablauf haben. Es unterscheide sich inhaltlich von den bereits bestehenden Angeboten, so Cordes. Über weitere Maßnahmen will er nichts sagen, „solange sie nicht komplett fertig ausgearbeitet sind“.
Während der Jugendpfleger die Ergebnisse hieb und stichfest ausgearbeitet haben möchte, kribbelt es anderen Mitglieder des Netzwerks in den Fingern, konkrete Kampagnen auf die Beine zu stellen. So sieht Thomas Pawlik beispielsweise großen Bedarf im Bereich Cyber-Mobbing und Mediennutzung. „Ich hatte befürchtet, dass viele Prozesse lange dauern und zäh sind“, sagt der Sozialarbeiter. Er würde sich zumindest teilweise eine stetigere und schnellere Umsetzung wünschen, um nicht den tatsächlichen Bedarf der Kinder und Jugendlichen aus den Augen zu verlieren. Das CTC-Mitglied bedauert es auch, „dass die Grundschulen nicht zum Netzwerk gehören“.
Schon vor drei Jahren hatte es nicht nur positive Stimmen zu CTC gegeben. Die CDU empfand das Netzwerk als zu theoretisch. Diesen Vorwurf möchte Jugendpfleger Cordes allerdings nicht stehen lassen. Entscheidend sei die Untersuchung der Sozialräume der Kinder und Jugendlichen. Das entspreche einem großen Teil der Arbeit – und ende sehr wohl in der Praxis. Anhand von lokalen Daten zur Verteilung von Risiko- und Schutzfaktoren sollen alle relevanten Akteure in einem Gebiet in die Lage versetzt werden, ihre Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen. Risiken sollen vermindert, Schutz verstärkt werden, so die CTC-Vorgabe.
Für die Prävention sollen laut Cordes nicht nur gefährdete Kinder und Jugendliche angesprochen werden, sondern auch andere Heranwachsende und die Eltern. „Um unsere Ziele zu erreichen, bedienen wir uns aus dem großen CTC-Methodenkoffer.“
Cordes berichtet, dass jährlich etwa vier bis fünf Treffen der Arbeitsgruppen stattfinden, um den Aktionsplan zu erstellen. Da diese Treffen kein Geld kosten, sind die im Haushalt eingestellten Mittel von 23 000 Euro noch nicht verbraucht worden. Das Geld sei weiter geschoben worden.
CTC steht für „Communities that care“, die Übersetzung könnte lauten: Gemeinschaften, die sich kümmern. Stadthagen ist eine von fünf Modellkommunen in Niedersachsen, in denen der Landespräventionsrat das Projekt fördert.

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