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Leistung und Qualifikation geben Ausschlag

Frauenquote im öffentlichen Dienst Leistung und Qualifikation geben Ausschlag

Wenn es nach dem Willen der niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt geht, sollen die Hälfte aller Führungspositionen im Öffentlichen Dienst von Frauen besetzt werden. Das sieht ein neuer Entwurf für das niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz vor. In der Stadthäger Verwaltung ist das Verhältnis bereits fast ausgeglichen.

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Iris Freimann.

Quelle: Archiv

Stadthagen. Zwei der fünf Fachbereichs- und  Stabsstellenleitungen sind weiblich. „Die Besetzung von Stellen bei der Stadt Stadthagen erfolgt grundsätzlich nach einem bestehenden Anforderungsprofil, in dem festgelegt ist, welche Anforderungen Bewerber erfüllen müssen, um die Aufgaben wahrnehmen zu können“, erklärt Stadtsprecherin Bettina Burger, die eine der beiden weiblichen Leitungspositionen bei der Verwaltung der Kreisstadt innehat. Eine weitere Führungsposition besetzt Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste. Das Bauamt (Gerd Hegemann), der sogenannte Bereich Zentrale Dienste (Jörg Schädel) und die Wirtschaftsförderung (Lars Masurek) sind hingegen in Männerhand.

Bei der Bewerberauswahl stehe der Leistungsgrundsatz im Vordergrund. Entsprechend seiner Fähigkeiten und Eignung habe jeder Bewerber den gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt. „Die Besetzung von Stellen erfolgt folglich mit dem fachlich am besten geeigneten Bewerber. Bei gleicher fachlicher Eignung wird auf geschlechtergerechte Verteilung geachtet“, betont Burger.

Bewerbung von Frauen ausdrücklich erwünscht

Ähnliche Voraussetzungen gelten nach Worten der Stadtsprecherin bei Stellenausschreibungen. Auch dabei würden Eignung, Befähigung und fachliche Leistung im Vordergrund stehen. Allerdings ergänzt Burger: „Wenn bei der Vorbereitung der Stellenausschreibung festgestellt wird, dass Frauen in diesem Bereich unterrepräsentiert sind, wird in der Stellenausschreibung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht sind.“ Gleiches gelte auch für Männer.

„Aus meiner Sicht gibt es für Führungspositionen im Öffentlichen Dienst viele gut qualifizierte Frauen“, sagt Burger. Eine Frauenquote für Führungspositionen im Öffentlichen Dienst, wie sie Sozialministerin Rundt fordert, ist nach Meinung von Burger daher „gar nicht erforderlich“. Das Problem bestehe vielmehr darin, die Arbeitsbedingungen in Führungspositionen so zu gestalten, dass sich Frauen nicht zwischen Familie, Kindern und Karriere entscheiden müssten. Es sei wichtig, betont die Stadtsprecherin, dass Frauen „beides gut und ohne schlechtes Gewissen miteinander vereinbaren können“.

In dem Bereich könnte laut Burger eine Quote bei der konsequenten Umsetzung helfen und bewirken, dass in der Gesellschaft das klassische Familienbild mit dem der Frauen in Führungspositionen vereinbar werde. Das gelte selbstverständlich auch für die Anerkennung der Leistung von Männern, die sich entscheiden, zugunsten der Familie und Kinderbetreuung beruflich kürzerzutreten. tbh

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