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„Leon Gurvitch & String Quartet“ begeistert Publikum

Virtuosität mit dem Schalk im Nacken „Leon Gurvitch & String Quartet“ begeistert Publikum

Beim Benefizkonzert von „Leon Gurvitch & String Quartet“ zugunsten der Ehemaligen Synagoge haben die Besucher des Kaminsaals erlebt, dass sich Streicher und Klavier auch wunderbar als Percussion-Instrumente eignen.

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Auch die Melodica beherrscht Leon Gurvitch meisterhaft. Sehr zur Freude von Bernd Hellmann (Hintergrund).

Quelle: ber

Stadthagen (ber). Der in Weißrussland aufgewachsene Gurvitch hat zwar einen jüdischen Hintergrund, ist aber erst im Laufe seiner Jugend, nach der Auflösung der Sowjetunion, intensiver mit der jüdischen Kultur in Berührung gekommen. Vor allem die Klezmer-Musik diente ihm als Inspirationsquelle.
Eindrucksvoll im Kaminsaal zu hören war aber auch, dass Gurvitch sich nicht auf die Rezitation der jüdischen Volksmusik beschränkt. Mit viel Improvisationstalent entwickelte der Wahl-Hamburger im Zusammenspiel mit Algirdas Sochas (Violine), Andrey Bochevar (Violine), Juan Martin Stupka (Viola) und Cem Çetinkaya (Violoncello) einen Stilmix, der Elemente der Klezmer-Musik mit Jazz und Neuer Musik kombinierte.
Vor allem die „Jerusalem Suite“ zeigte die ganze Bandbreite des Quintetts: getragene Klaviermelodie, unvermittelte Temposteigerung, „Call&Response“-Passagen, percussiver Mittelteil, bei dem Gurvitch mit der Handfläche das Holz seines Klaviers bearbeitete, Free-Jazz und dissonantes Streicher-Jaulen zum Finale. „Mein Gott, was machen wir für Musik“, kommentierte Gurvitch schelmisch grinsend.
Nach der Reise nach Jerusalem folgte ein Ausflug nach Argentinien. Der „jüdische Tango“ wurde seinem Namen voll gerecht, gerissener Geigensaite zum Trotz. Bei „Rumania, Rumania“ von Aaron Lebedeff war sich der Meisterpianist dann nicht zu schade, sein Klavier gegen die Melodica zu tauschen – ein Instrument, „das auch gerne im Kindergarten gespielt wird“, wie er selbst erklärte. Von so viel Spielfreude ließ sich auch das Publikum anstecken und folgte begeistert der Aufforderung zum Mitklatschen.
Vor dem Auftritt hatte Bernd Hellmann über den Stand der Arbeiten an der Ehemaligen Synagoge berichtet. „Der Umbau ist weitestgehend finanziert. Wir haben annähernd 480 000 Euro beisammen. Derzeit arbeiten wir an der konzeptionellen Ausrichtung des Lernortes,“, erklärte der Vorsitzende des Vereins Ehemalige Synagoge Stadthagen.

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