Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Lesung „Glaube, Führer, Hoffnung“

Die Frau als Täter Lesung „Glaube, Führer, Hoffnung“

Mit ihrem Buch „Glaube, Führer, Hoffnung“ haben sich die Geschwister Susanne und Jan Peter Wiborg auf die Spuren eines Stücks Familiengeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus begeben. Während einer gut besuchten Lesung in der Alten Polizei schickten die Autoren auch manch einen Zuhörer auf seine ganz persönliche Reise zurück.

Voriger Artikel
Der Fernseher fehlt
Nächster Artikel
Landesbischof Manzke referiert über Luther und von Bora

„Das ist nicht einfach das x-te Buch ,Meine Familie im Dritten Reich‘“: Lieselotte Biermann (Mitte) moderiert das Gespräch zwischen Susanne Wiborg, Jan Peter Wiborg und dem Publikum. 

Quelle: jcp

Stadthagen. So erinnerte sich eine Frau an die eigene Zeit im Bund Deutscher Mädel (BDM) und daran, wie die schicken Soldatenuniformen der jungen Männer es den Mädchen angetan hatten. Die Wiborgs rekonstruieren in ihrem Buch anhand von persönlichen Briefen, Erinnerungen und Archivmaterial das Leben und die Gedankenwelt ihrer Tante Clara, eine Hitler anhimmelnde BDM-Führerin, die kurz vor ihrem Tod wohl wie betrunken vom Untergangspathos der letzten Kriegstage war.
Die Journalistin und Schriftstellerin Lieselotte Biermann als Moderatorin lobte das Buch für die radikale Darstellung der Frau als Täterin. Für Clara habe die Nazi-Welt Karriere-Möglichkeiten geboten, die den Frauen jener Zeit zumeist verwehrt blieben. Und dann verliebt sie sich auch noch: „Das ist nicht einfach das x-te Buch ,Meine Familie im Dritten Reich‘“, sagte Biermann. Wie „True Crime“ lese es sich, die Geschichte eines wahren Verbrechens also.
Den SN-Journalisten Wiborg und seine Schwester hat das Familiengeflüster um Clara („Und nun frag nicht weiter, du machst Oma traurig“) ins Studium der Geschichte geführt. Zur Entstehung des Buches erklärten sie, Susanne Wiborg habe mit den Menschen zum Beispiel auf Rügen gesprochen, wo Clara verschwand, während sich Jan Wiborg teils international durch die Archive gearbeitet hat.
Die wohl wichtigste Quelle: Claras Briefe von Rügen nach Hause. „Wie viele solcher persönlichen Sichten auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 mögen wohl noch auf deutschen Dachböden lagern?“, fragte ein betagter Besucher. Und wie viele unerzählte Geschichten somit darauf warteten, gehört zu werden. jcp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg