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Stadthagen Stadt Lieber Badeanzug als Burkini
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Lieber Badeanzug als Burkini
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19:06 16.09.2013
Der Burkini ist in Stadthagen im Schwimmunterricht bisher nicht gesichtet worden. Quelle: dpa
Von Martina Koch

Ernst-Peter Blatt, stellvertretender Schulleiter der intergrierten Gesamtschule Schaumburg (IGS), ist erleichtert: „Als es noch kein rechtskräftiges Urteil zu diesem Thema gab, fiel uns der Umgang mit diesem Fall sehr schwer, jetzt können wir nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes handeln.“ Haben muslimische Schülerinnen vor dem Urteil noch andere schulische Aufgaben erledigen können, um ihrer Teilnahme am Schwimmunterricht im Badeanzug zu entgehen, heißt es an der IGS nun Burkini tragen oder eine „sechs“ aufgrund von Leistungsverweigerung kassieren.

 Am Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) hat es dieses Problem nach Angaben von Sabine Kühn, Koordinatorin der Sekundarstufe I, bisher nicht gegeben. „Unsere muslimischen Schülerinnen nehmen im Badeanzug oder sogar im Bikini am Schwimmunterricht teil“, sagt Kühn. Einen Burkini haben die Sportlehrer am WBG bisher noch nicht zu sehen bekommen. Trotzdem ist das Urteil eine Erleichterung: „Wenn muslimische Schülerinnen von nun an im Burkini am Schwimmunterricht teilnehmen wollen, werden wir das natürlich akzeptieren.“ Trotzdem sieht Sabine Kühn den Burkini problematisch. „Wir fragen uns dennoch, ob der Burkini in diesem Fall statt einer Inklusion nicht zu einer Exklusion beiträgt, da das Augenmerk dadurch natürlich sehr stark auf die betroffene Schülerin gelenkt wird“, sagte Kühn.

 Frank Plagge, Schulleiter der Schule Am Stadtturm, hat keinen Grund zur Klage, wie er betont. „Im Moment nehmen alle muslimischen Schülerinnen am Schwimmunterricht teil und tragen normale Badeanzüge“, sagt Plagge. Beschwerden oder Einwände gegen die Teilnahme am Schwimmunterricht habe es an der Schule Am Stadtturm bisher weder seitens der Kinder noch der Eltern gegeben.